4. Oktober 2012

„Der Stresstest war ein Schnarchtest“

Bundesregierung geht wissentlich Risiko ein, dass sich Fukushima hierzulande wiederholt

Zur heutigen Veröffentlichung des EU-„Stresstests“ für Atomkraftwerke erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Der Stresstest war in Wirklichkeit ein Schnarchtest. Nur ein Drittel der Atomkraftwerke wurden von Prüfern besucht, in Deutschland sogar nur zwei. Die meisten Angaben stammen von den AKW-Betreibern selbst. Wesentliche Risiken wie Flugzeugabstürze und Probleme mit der Notstromversorgung wurden überhaupt nicht betrachtet – so, als würde der TÜV bei einem PKW nur nach Roststellen suchen, aber die Bremsen nicht überprüfen.

Dass trotzdem so eklatante Sicherheitsmängel gefunden wurden, wirft ein erschreckendes Licht auf die Situation der Atomkraftwerke in Deutschland und Europa. Die Kanzlerin hatte nach Fukushima von einer Neubewertung des Risikos gesprochen, dabei aber neun Reaktorblöcke ausgeklammert, die nun trotz aller Mängel weiterlaufen.

Die Sicherheitsmängel in deutschen Atomkraftwerken sind spätestens seit dem Bericht der Reaktorsicherheitskommission vom Sommer 2011 bekannt. Getan hat sich seither nichts. Nachrüstungen sind von den Behörden nicht angeordnet, geschweige denn von den AKW-Betreibern umgesetzt worden.

Wenn das Umweltministerium jetzt behauptet, Mängel bei der Erdbebensicherheit seien bisher nicht bekannt gewesen, dann ist das entweder dreist gelogen oder die Verantwortlichen haben die Ergebnisse des deutschen Stresstests nie gelesen.

Wer trotz aller Sicherheitsmängel die Atomkraftwerke in Deutschland bis 2022 weiterbetreiben will, der geht wissentlich das Risiko ein, dass sich Fukushima hierzulande wiederholt.“

.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die AtomkraftgegnerInnen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen Protest zu machen.

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