27. August 2009

„Gorleben-Desaster muss Auswirkungen auf AKW-Laufzeiten haben“

Atomkraftgegner fordern Stilllegung von Atomkraftwerken wegen fehlender Entsorgung

Zu der aktuellen Debatte um das Endlager Gorleben erklärt Jochen Stay, Sprecher der bundesweiten Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Die baden-württembergische CDU-Umweltministerin Tanja Gönner räumt ein, dass die Eignung des Salzstocks Gorleben als Endlager für hochradioaktiven Müll bisher nicht erwiesen ist und ein neues Suchverfahren notwendig werden könnte. Der SPD-Umweltminister Sigmar Gabriel erklärt das Endlagerprojekt Gorleben für tot. Unterm Strich bedeutet dies, dass auch 50 Jahre nach dem Beginn der Atomenergienutzung noch kein Gramm Atommüll sicher entsorgt ist. Und auch für die Zukunft kann niemand mit Gewissheit sagen, wie und wo eine sichere Entsorgung möglich sein wird.

Deshalb fordern wir, die aktuelle Debatte vom Kopf auf die Füße zu stellen und die Ursachen der Atommüll-Misere anzugehen. Das Gorleben-Desaster muss Auswirkungen auf die AKW-Laufzeiten haben. Denn ohne Endlager ist der Weiterbetrieb der Atomkraftwerke nicht zu verantworten. Nur ein stillgelegter Reaktor erzeugt keinen weiteren Atommüll. Bildlich gesprochen: Wenn die Badewanne überläuft, dreht jeder kluge Mensch zuerst den Hahn ab.

Es ist gegen jegliche Vernunft, weiterhin gefährlich strahlende Abfälle zu produzieren, da die Alternativen zum Atomstrom längst vorhanden sind. Der rasante Ausbau der Erneuerbaren Energien in den letzten Jahren hat die Atomkraftwerke überflüssig gemacht. Doch die Stromkonzerne wollen weiter gigantische Gewinne auf Kosten der kommenden Generationen machen und sträuben sich deshalb gegen den Atomausstieg. Das muss ein Ende haben.“

Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, werden mehrere Zehntausend Atomkraftgegner und -gegnerinnen aus der ganzen Republik am 5. September in Berlin unter dem Mott „Mal richtig abschalten“ gegen den Weiterbetrieb der AKW demonstrieren.

 


Kontakt

.ausgestrahlt
Jochen Stay
Telefon: 0170 9358759