8. Oktober 2010

Gorleben: Großdemonstration und massenhafter Ziviler Ungehorsam

Castor-Transport Anfang November wird zum Symbol für den Streit um die Atompolitik

Vom 5. bis 8. November soll ein Transport von elf Castor-Behältern mit hochradioaktivem Atommüll aus dem französischen La Hague in die oberirdische Zwischenlager-Halle nach Gorleben gebracht werden. Atomkraftgegner planen dagegen große Proteste und Blockadeaktionen. Am Samstag, den 6. November findet in Dannenberg eine bundesweite Großdemonstration statt, zu der mehrere Zehntausend Menschen erwartet werden.

„Der Castor-Transport rollt mitten im Streit um die Verlängerung der AKW-Laufzeiten und die Wiederaufnahme der Bauarbeiten für ein Atommüll-Endlager im maroden Salzstock Gorleben“, erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt. „So wird er zum Symbol für die ungelöste Entsorgung strahlender Abfälle. Die Bundesregierung will zusätzlich tausende Tonnen hochradioaktiven Mülls produzieren, hat aber keinen Plan, wo diese tödlichen Stoffe auf Dauer sicher gelagert werden können. Das machen wir nicht mit.“

Verschiedene Aktionsbündnisse planen Blockaden der Transportstrecke. Bereits an der französisch-deutschen Grenze beim rheinland-pfälzischen Berg soll es eine große Blockadeaktion geben. Die Bahnstrecke zwischen Lauterbourg und Wörth wird während des Castor-Transports nicht von anderen Zügen befahren.

Auf der Straßentransportstrecke zwischen Dannenberg und Gorleben wird unter dem Motto „X-tausendmal quer“ eine massenhafte Sitzblockade stattfinden. Auf der Schienenstrecke zwischen Lüneburg und Dannenberg, auf der ebenfalls der reguläre Zugverkehr währen des Transports eingestellt wird, plant die Aktionsgruppe „WiderSetzen“ eine große Blockadeaktion. Die Kampagne „Castor Schottern“ bereitet eine Aktion vor, bei der Tausende den Schotter unter den Gleisen entfernen und damit die Transportstrecke unpassierbar machen.

„Im Wendland gibt es eine gute Tradition des Zivilen Ungehorsams“, so Jochen Stay. „Wenn die Regierung grundlegende Rechte der Menschen missachtet, dann sind auch begrenzte Regelverletzungen legitim. Dabei sind sich alle darin einig, dass durch die Aktionen keine Menschen gefährdet werden dürfen. Nicht die Polizei ist unser Gegner, sondern wir wollen verhindern, dass die Energiepolitik von vier großen Stromkonzernen bestimmt wird.“

.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die AtomkraftgegnerInnen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen Protest zu machen.

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