9. Februar 2010

Kein AKW genügt modernen Sicherheitsanforderungen

.ausgestrahlt veröffentlichen interaktiven AKW-Sicherheits-Check: Bei strengen Sicherheitskriterien müssten alle 17 Reaktoren in Deutschland sofort vom Netz.

Zu der aktuellen Debatte, wie lange die Atomkraftwerke weiter betrieben werden sollen, erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Politiker von Union und FDP beteuern seit Monaten, dass lediglich ‚sichere‘ Atomkraftwerke weiterlaufen sollen. Diesen Worten müssen nun auch Taten folgen. Denn tatsächlich ist das Sicherheitsniveau der AKW in Deutschland miserabel. Schon bei minimalsten Anforderungen, das zeigt der interaktive AKW-Sicherheitscheck von .ausgestrahlt (www.ausgestrahlt.de/sicherheitscheck), müsste der Großteil der 17 Reaktoren sofort vom Netz.

Die Rheinische Post hat heute von Überlegungen aus dem Bundesumweltministeriums berichtet, drei der ältesten Reaktoren spätestens 2012 abzuschalten, im Falle einer weiteren Panne zusätzlich auch das AKW Krümmel. Das greift entschieden zu kurz. Denn die genannten drei AKW Biblis A, Biblis B und Neckarwestheim 1 gehören zwar zu den gefährlichsten in Deutschland. Eklatante Sicherheitsdefizite weisen aber auch aller anderen Reaktoren auf. Dem Stand von Wissenschaft und Technik, den das neue Kerntechnische Regelwerk beschreibt, entspricht kein einziger Reaktor.

Die meisten Politiker, die von den angeblich ‚sicheren’ deutschen Atomkraftwerken schwärmen, ahnen nicht, wie viele Schwachstellen die 17 Reaktoren tatsächlich aufweisen.

FDP-Generalsekretär Christian Lindner, sicher kein Atomkraftgegner, forderte erst vor wenige Tagen (ddp, 30.1.2010): ‚Reaktoren, die modernsten Sicherheitsanforderungen nicht genügen, müssen abgeschaltet werden.‘ Dem können wir nur zustimmen.“

.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die AtomkraftgegnerInnen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen Protest zu machen.


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Jochen Stay
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