1. Dezember 2010

„Kein Statist in der Röttgen-Show“

Ministerbesuch in Gorleben kommt zu spät. Röttgens Taten zeigen, dass seine Worte nicht aufrichtig sind.

Zum morgigen Gorleben-Besuch von Bundesatomminister Norbert Röttgen erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Röttgen kommt zu spät. Wer zuerst alle wesentlichen Entscheidungen trifft und danach das Gespräch sucht, ist an den Argumenten der Menschen vor Ort nicht wirklich interessiert. Ein solches Gespräch dient nur dem Image des Ministers, ist aber kein ernstzunehmender Dialog.

Vor ihren Entscheidungen zur Verlängerung der AKW-Laufzeiten und zum Weiterbau des Atommüll-Endlagers im maroden Salzstock Gorleben, hat die Bundesregierung regelmäßig mit den Stromkonzernen gesprochen, aber kein einziges Mal mit den Betroffenen dieser Politik.

Ich werde mich an diesen Gesprächen nicht beteiligen, weil ich kein Statist in der Röttgen-Show sein möchte, sondern weiter eigenständig handelnder Bürger, der sich gemeinsam mit der Mehrheit der Bevölkerung gegen die verantwortungslose Atompolitik der Bundesregierung zur Wehr setzt.

Röttgen spricht seit Monaten von Bürgerbeteiligung, Transparenz und Dialog, wenn es um Gorleben geht. Doch seine Taten sprechen eine andere Sprache: Den Weiterbau in Gorleben zieht er ohne Öffentlichkeitsbeteiligung durch. Die Eigentümer der Salzrechte will er enteignen. Und während des Castor-Transports Anfang November hatte er nicht die Courage, sich in der Region zu zeigen, sondern duckte sich hinter der Polizei weg und ließ Polizisten und Bevölkerung ausbaden, was er eingebrockt hatte. Röttgens Verhalten zeigt, dass seine Worte nicht aufrichtig sind.

Wir fordern vom Bundesatomminister das Ende der Bauarbeiten in Gorleben und die Aufgabe des Standorts, weil seit Jahrzehnten erwiesen ist, dass der Salzstock geologisch nicht für die Atommüll-Lagerung geeignet ist.

Ein Schlichtungsverfahren wie in Stuttgart ist in Sachen Endlager aussichtslos, so lange weiter hochradioaktiver Müll in den Atomkraftwerken produziert wird und damit tagtäglich Fakten geschaffen werden, die niemand verantworten kann.“


Jochen Stay gehört zu den von Bundesatomminister Norbert Röttgen für morgen zu einem Gespräch eingeladenen Atomkraftgegnern. Sein Stuhl wird leer bleiben. Er wird stattdessen bei der Pressekonferenz der Bürgerinitiativen am morgigen 2. Dezember um 10 Uhr in den Trebeler Bauernstuben anwesend sein und steht für Ihre Fragen zur Verfügung.


Kontakt

.ausgestrahlt
Jochen Stay
Telefon: 0170 9358759