Pressemitteilung

31. Mai 2022
Gemeinsame Pressemitteilung von .ausgestrahlt und Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar e.V. (BBMN)

Nächste Riss-Suche im AKW Neckarwestheim startet

AKW-Betrieb an der Gefahrengrenze: EnBW muss Sicherheitsmängel nicht nur finden, sondern auch beheben / Am Samstag (4.6.) beginnt die letzte Jahresrevision des AKW / Umweltministerin Walker darf Reaktor mit Rissgefahr nicht ans Netz lassen

AKW-Betrieb an der Gefahrengrenze: EnBW muss Sicherheitsmängel nicht nur finden, sondern auch beheben / Am Samstag (4.6.) beginnt die letzte Jahresrevision des AKW / Umweltministerin Walker darf Reaktor mit Rissgefahr nicht ans Netz lassen

Das AKW Neckarwestheim‑2 geht am Samstagmittag (4.6.) zur erneuten Riss-Suche im Zuge seiner letzten Jahresrevision vom Netz. Hierzu erklären Armin Simon von der bundesweiten Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt und Franz Wagner vom Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar (BBMN):

„Fünf Jahre nach den ersten Korrosionsfunden (2017) an sicherheitsrelevanten Rohren im AKW Neckarwestheim muss EnBW ab Samstag erneut auf Riss-Suche gehen. Alle 16.000 Rohre in den Dampferzeugern des Reaktors müssen überprüft werden, und das schon zum fünften Mal in Folge. Nichts illustriert besser, in welch marodem Zustand der 33 Jahre alte Reaktor sich befindet.

Wäre der Reaktor intakt und unbeschädigt, würden keine Kontrollen diesen Ausmaßes stattfinden. EnBW allerdings fährt die Anlage seit Jahren auf Verschleiß. Anstatt die Korrosion zu stoppen und damit die Ursache der unberechenbaren Spannungsrisskorrosion zu beseitigen, hangelt sich der Betreiber mit dem irreparabel beschädigten Reaktor von Kontrolle zu Kontrolle: Gefährlich tiefe Risse rechnet er in harmlose flache um, Sicherheitsnachweise frisiert er, indem er unliebsame Messergebnisse einfach ignoriert – alles mit Billigung der arg- oder ahnungslosen Atomaufsicht im Stuttgarter Umweltministerium. Würde EnBW nicht Wirtschaftlichkeit vor Sicherheit stellen, hätte sie den systematischen Fehler, der Jahr um Jahr zu neuen Rissen führt, durch Austausch der Dampferzeuger längst behoben. Stattdessen hofft EnBW einfach, dass die fehlenden Sicherheitsreserven bis zum Abschalttermin nicht gebraucht werden. Dies ist ein perfides Spiel mit dem Risiko.

Einen solchen Verstoß gegen grundlegende Sicherheitsprinzipien darf die Atomaufsicht nicht dulden. Wir fordern die baden-württembergische Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) auf, ihre Aufsichtspflicht über die Atomanlagen im Land endlich ernsthaft wahrzunehmen. Sollten erneut fortschreitende Korrosionen oder gar Risse in Neckarwestheim‑2 entdeckt werden, muss die Ministerin Konsequenzen ziehen, Vorbild könnte Frankreich sein: Ein Reaktor, in dem sich Risse an sicherheitsrelevanten Rohren bilden, darf nicht wieder ans Netz. Dies gilt selbst dann, wenn er Ende des Jahres sowieso abgeschaltet wird.“

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Armin Simon
Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar e.V. (BBMN)
Franz Wagner
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