27. September 2010

Regierung passt Gorleben-Kriterien an mangelhafte Realität an

Atomkraftgegner: Entsorgung soll für AKW-Weiterbetrieb vorgegaukelt werden

Zu Berichten über die Absenkung von Sicherheitsstandards für Atommüll-Endlager erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Der Salzstock Gorleben ist bekanntermaßen für die langfristige sichere Lagerung von Atommüll nicht geeignet, beispielsweise weil er direkten Kontakt zum Grundwasser hat. Und weil sich diese Realität nicht den wissenschaftlichen Kriterien für ein sicheres Endlager anpassen lässt, werden nun die Kriterien an die Realität angepasst. Hinterher wird dann behauptet, Gorleben entspräche den Kriterien und sei geeignet.

Wahrscheinlich würde der Bundesumweltminister auch, wenn sein Auto wegen defekter Bremsen nicht durch den TÜV kommt, die Notwendigkeit von Bremsanlagen aus den Zulassungsbedingungen für PKW streichen.

Die Bundesregierung versucht die Bevölkerung rund um Gorleben ein weiteres Mal auszutricksen. Union und FDP geht es nicht darum, den Atommüll für Jahrtausende sicher zu lagern, sondern sie wollen eine Entsorgung lediglich vorgaukeln, um die Atomkraftwerke weiterbetreiben zu können. Es geht erneut nur um die Interessen der Stromkonzerne. Die Risiken tragen die kommenden Generationen.

Die Glaubwürdigkeit der Regierung in der Atompolitik sinkt damit weiter. Kurz vor der Kabinettsentscheidung über das Energiekonzept und kurz vor der Wiederaufnahme der Ausbauarbeiten im Salzstock Gorleben wird immer mehr Menschen deutlich: Die Interessen der Bevölkerung müssen auf der Straße verteidigt werden.“


.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die AtomkraftgegnerInnen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen Protest zu machen.


Kontakt

.ausgestrahlt
Jochen Stay
Telefon: 0170 9358759