6. April 2009

Risse im AKW Krümmel nur zufällig entdeckt

Die Risse in den Armaturen, die seit über einem Jahr das Wiederanfahren des Atomkraftwerks Krümmel verhindern, sind eher zufällig entdeckt worden. Der Reaktorsicherheits-Experte im Öko-Institut Darmstadt, Christian Küppers, sagte der Zeitschrift ".ausgestrahlt" (Ausgabe Frühjahr 2009), die gefährlichen Mängel wären ohne den Trafobrand im Juni 2008 "wahrscheinlich nicht oder zumindest nicht so bald" aufgefallen. Grund dafür sei, dass zeitraubende Prüfungen normalerweise nur dann durchgeführt würden, wenn ein Atomkraftwerk sowieso länger still stehe, erläuterte Küppers: "Dann findet man plötzlich alles Mögliche."

Nachrüstungen von Atomkraftwerken sind nach der Erfahrung des Reaktorsicherheits-Experten nur begrenzt möglich. "Man kann die Anlagen nicht auf dem heute für Neuanlagen geforderten Stand halten oder sie auf diesen bringen", so Küppers. Er warnte: "Unfälle mit Freisetzung radioaktiver Stoffe, sogar in noch größerem Umfang als in Tschernobyl, sind jederzeit auch in deutschen Anlagen möglich."

Das AKW Krümmel ging am 28. Juni 2007 nach einem Trafobrand vom Netz. Eine Sprecherin von Vattenfall sagte, ein Termin für eine Wiederinbetriebnahme des Reaktors sei noch nicht absehbar.

 

Die vollständige Ausgabe der Zeitschrift ".ausgestrahlt", die am morgigen Dienstag, 7. April 2009, erscheint, finden Sie als PDF unter
www.ausgestrahlt.de/atom/help/rundbrief

Das Interview im Wortlaut.

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