17. Oktober 2005

Vor den Koalitionsverhandlungen: Kampagne ausgestrahlt präsentiert Argumente von Bürgern gegen ein Comeback der Atomenergie

„Aus Liebe zu unseren Kindern“ (Horst Schnitzler, Aachen)

Anlässlich des Starts der Koalitionsverhandlungen haben das Online-Bürgernetzwerk Campact, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Anti-Atom-Initiative X-tausendmal quer im Internet gesammelte Argumente von Bürger/innen gegen ein Comeback der Atomenergie vor dem Willy-Brandt-Haus in Berlin präsentiert. Mit ihren Argumenten appellieren die Bürger/innen an die Verhandlungsführer/innen, die Planspiele der Union über eine Renaissance der Atomkraft zu verwerfen. Stattdessen fordern sie, rasch aus dieser „Steinzeittechnologie“ auszusteigen und den Ausbau von Alternativen durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) beschleunigt fortzusetzen.

Viele BürgerInnen führen die ungelöste Entsorgungsfrage der Atomenergie als ihr zentrales Argument für einen raschen Atomausstieg an: „Die Nutzung der Atomenergie gleicht dem Start eines Flugzeugs - ohne jedoch eine Landebahn zu haben. Wo gibt es auf der Welt eine Lösung für die Endlagerung der radioaktiven Abfälle?“, fragt Ralf Göttlicher. „In welcher Sprache will man unsere Nachfahren über das radioaktive Erbe informieren, wenn die babylonische Sprache nicht mal 5.000 Jahre überdauert hat?“, so Erich Vieser.

„Atomenergie rechnet sich nur durch massive staatliche Subventionen und Ignorieren von Kosten und Risiken, die in der Zukunft liegen“, gibt Dirk Streitenberger den Verhandlungsführer/innen zu bedenken. „Ein ernsthafter Atomausstieg bedeutet auch, Siemens und Co. nicht beim Bau von Atomkraftwerken in anderen Ländern staatlich zu fördern“, so Regine Richter.

„Die Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken verhindert Investitionen in Erneuerbare Energien, KWK und Energieeinsparung und verzögert so den Einstieg in die Energiewende, die wir für eine klimaschonende, sichere und risikoarme Energieversorgung dringend brauchen“, stellt Dr. Corinna Fischer fest. „Es gibt inzwischen viele Alternativen und die sollten gefördert werden. Für eine bessere Zukunft!“, fordert Sabine Gmeinwieser.

„Investitionen in erneuerbare Energien sind weitaus lukrativer“, so Daniel Leßmann. „Sonne, Wind, Erdwärme, Meeresströmungen und -wellen sind [...] unerschöpflich und zum Nulltarif erhältlich.“ Unter www.ausgestrahlt.de können Argumente von Bürger/innen eingesehen und um weitere ergänzt werden.


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.ausgestrahlt
Jochen Stay
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