Alternative Statuskonferenz 2019 in Hannover - Banner

Atommüll in der Nachbarschaft?!

Es ist an der Zeit, sich zu informieren und sich einzumischen

Seit 2017 läuft die neue Suche nach einem Standort für ein tiefengeologisches Lager für hochradioaktiven Atommüll. Für Herbst 2020 sind von den Behörden erste Zwischenergebnisse angekündigt. Dann werden die Gebiete benannt, die für die weitere Suche ausgewählt wurden.

Wenn dann viele der Betroffenen zum ersten Mal davon erfahren, dass sie in einem solchen Gebiet leben, haben die Behörden schon drei Jahre daran gearbeitet. Für Menschen, die sich in ihrer Freizeit in die Materie einarbeiten wollen, ist dieser Vorsprung nicht mehr aufzuholen. Deshalb ist es notwendig, dass sich potenziell Betroffene schon jetzt mit der Problematik auseinandersetzen.

Das Atommüll-Bundesamt BfE veranstaltet jährlich eine Statuskonferenz zur Standortsuche. Doch diese richtet sich in erster Linie an ein Fachpublikum und findet deshalb unter der Woche statt. Die Alternative Statuskonferenz richtete sich an einen breiteren Kreis, an potenziell Betroffene aus Gebieten mit Salz-, Ton- oder Granitvorkommen und an Interessierte aus der ganzen Bundesrepublik.


Impressionen von der Konferenz


Konferenz-Programm

Die Konferenz war geprägt von Informations-Vermittlung über die kritischen Aspekte der Standortsuche. Sie hatte nicht die Aufgabe, Ergebnisse zu produzieren, sondern sollte einen Einstieg für Menschen (nicht nur) aus potenziell betroffenen Regionen ermöglichen, die noch nicht so tief im Thema stecken. Sollte es weitere solche Konferenzen geben, werden Austausch und Verständigungsprozesse zwischen den Regionen wichtiger werden – aber das ist dann der zweite Schritt.

Neben dem eigentlichen Programm gab es Infostände der beteiligten Initiativen und eine Ausstellung zum Suchverfahren.

+++ Sukzessive veröffentlichen wir hier eine Auswahl der Vorträge +++

 

Vorträge

  • Zwei Jahre Tappen im Dunkeln – eine Einführung - Jochen Stay, Sprecher von .ausgestrahlt
     
  • Flickschusterei in der Atommüllpolitik – ein Überblick (PDF) - Ursula Schönberger, Projektleiterin Atommüllreport
  • Kurzimpuls zum Panel 1: Intransparenz als Leitfaden -  Anforderungen an die Sicherheit, Geologiedaten, geologische Kriterien und Methoden (PDF)Michael Mehnert, endlagerdialog.de
     
  • Kurzimpuls zum Panel 2: "Beteiligung Ernst gemeint? Passt das zum politischen Spiel?" - Sascha Boettcher, Mediator, Rechtsanwalt, Vorstand  des bundesweiten Fördervereins Mediation im öffentlichen Bereich (FMöB)

 

Panels

Panel 1: Aktuelle Entwicklungen bei der Standortsuche

  • Sicherheitsanforderungen (PDF) - Jürgen Voges, Fachjournalist
     
  • Außer Sichtweite? Transparenz im Standortauswahlverfahren - Angela Wolff, .ausgestrahlt
     
  • Wie Methoden aus dem Hut gezaubert werden - Auswahlkriterien in der Anwendung (PDF) - Michael Mehnert, endlagerdialog.de

 

Panel 2: Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Standortsuche

  • "Vom Beteiligungsoptimisten zur Realität" - Sascha Boettcher
     
  • Bisherige Erfahrungen mit der Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Standortsuche (PDF) - Silke Freitag, Psychologin und Mediatorin
     
  • Das Nationale Begleitgremium: Hochengagiertes FeigenblattJochen Stay

 

Arbeitsgruppen

  • AG 1: Kostenlawine mit Folgen: Finanzierung der Atommüll-Lagerung (PDF) - Wolfgang Ehmke, Sprecher der BI Lüchow-Dannenberg
     
  • AG 2: Was tun vor Ort? - Helge Bauer, .ausgestrahlt
     
  • AG 3: Finanzierung, Unabhängigkeit, Haltung - ein Überblick zur Atommüll-Forschung - Daniel Häfner, Politikwissenschaftler, FU Berlin
     
  • AG 4: Zwischenlagerung (PDF)Ursula Schönberger, Projektleiterin Atommüllreport