.ausgestrahlt-Blog

15.05.2013 | von Redaktion

Vor der Katastrophenschutz-Aktionswoche: Wie erfahre ich eigentlich vom Super-GAU?

In gut drei Wochen ist es soweit. Vom 8.-15. Juni ruft .ausgestrahlt zur Katastrophenschutz-Aktionswoche auf. Wo schon Aktionen geplant sind und was es an fantasievollen Aktionsideen gibt, haben wir auf der Homepage zusammengestellt. In diesem Blog-Beitrag wird der gerne verdrängten Frage nachgegangen, wie die Bevölkerung eigentlich vom Ernstfall erfährt. Oder auch nicht.

Die Alarmierung der Bevölkerung soll heutzutage über die Medien erfolgen, vor allem über Radio und Fernsehen. Was ist aber, wenn gerade Nacht ist? Auch die Feuerwehrsirenen hat der Bund mit dem Ende des Kalten Krieges den Kommunen „geschenkt“, und diese haben den ABC-Alarm wegen chronisch knapper Kassen meist längst abgeschafft. Selbst den normale Feuerwehralarm gibt es in Großstädten nicht mehr – die Feuerwehrleute werden heute per elektronischem Melder informiert.

Der Betreiber muss das Problem selbst einräumen

Bevor es zu einer offiziellen Alarmierung über die Medien kommt, muss die Betriebsmannschaft des Atomkraftwerks gegenüber dem jeweiligen Landkreis erst einmal zugeben, dass sich im AKW ein Unfall ereignet hat, bei dem Radioaktivität freigesetzt werden kann. In der Vergangenheit wurde bei dieser unbequemen Feststellung verzögert, beschwichtigt und verharmlost. Im Anschluss muss der Landrat seinen Krisenstab zusammentrommeln, und sich einen Überblick über die Lage verschaffen, ob und wo eine Evakuierung oder das „Verbleiben im Haus“ notwendig ist. Wie lange das z.B. am Wochenende oder Feiertagen dauert, ist unklar. Als nächstes muss der ausgerufene Alarm auch die Bevölkerung erreichen. Was ist mit Landwirten, die gerade ihr Feld bestellen? Was mit Menschen, die gerade im Kaufhaus einkaufen? Was mit Eltern, deren Kinder noch in der Schule oder im Kindergarten stecken?

Weitere Fragen und Antworten rund um das Thema Katastrophenschutz sind im FAQ zu finden. Nutze die Gelegenheit der bundesweiten Aktionswoche und mache vor Ort auf die Missstände aufmerksam.

Redaktion

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