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Mit der jüngsten Entscheidung der Bundesregierung, das Verbot für Nachtspeicherheizungen zu kippen, wird einmal mehr das Partikularinteresse des Stromkonzerns RWE bedient, der bis zuletzt eine Lobbyschlacht für das Vorhaben geführt hat. Der Beschluss setzt die Serie der klima- und energiewendesabotierenden Weichenstellungen der Bundesregierung unrühmlich fort – nach der Verhinderung des Backloading beim Emissionshandel oder von strengeren Grenzwerten für die Automobilindustrie.

Falsche Weichenstellung zu Gunsten von Kohle- und Atomlobby

Die schwarz-gelbe Mehrheit im Bundestag hat damit das ohnehin erst ab 2020 in Kraft tretende Verbot der ineffizienten Stromheizungen gekippt. RWE kann sich über dieses Lobbygeschenk doppelt freuen: Nicht nur dass mit der antiquierten Art zu Heizen viel Strom verbraucht, ergo verkauft wird – gesichert ist vor allem auch langfristig der Absatz des eigenen unbeliebten Stroms aus unflexiblen Großkraftwerken, also schmutzige Braunkohle und gefährliche Atomkraft.

Nutzung von Nachtspeichern als Stromspeicher ist Farce

Das Scheinargument der Nutzung der Heizungen als Stromspeicher ist dabei eine Farce. Die Nachtspeicherheizungen vergeuden jährlich rund drei Prozent des deutschen Strombedarfs. Und da sie vor allem nachts im Winter aufgeladen werden wenn die Sonne nicht scheint, verheizen sie gnadenlos Kohle- und Atomstrom. In der Summe führt das zu einem Klimaausstoß, der zehnmal so hoch ist wie bei einer modernen Holzpellet-Heizung. So sind die Klimaschutzziele nicht zu erreichen!

Matthias Weyland

Matthias Weyland, Jahrgang 1979, ist seit 2006 bei .ausgestrahlt dabei. Beim BUND Baden-Württemberg, für den er bis Ende 2012 arbeitete, kämpfte er unter anderem für die Energiewende und gegen den Bau eines weiteren klimaschädlichen Kohlekraftwerks in Mannheim. Seit 2013 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Umweltbundesamt.

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