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Kategorie – Atommüll

Entgegen aller Kritik hat das Atommüll-Bundesamt nun doch den Weg für die Anlieferung von Castorbehältern aus der Wiederaufarbeitung in England frei gemacht. Bis zum Jahresende soll hochaktiver Abfall in das unsichere Zwischenlager Biblis gebracht werden.

Selbst wenn der aktuelle Suchprozess für ein Atommüll-Lager am Ende einen Standort benennt, an den der gesamte hochradioaktive Müll gebracht werden soll: Der Abfall wird sich noch sehr lange in unzureichend geschützten Zwischenlagerhallen befinden. Die Politik verschleppt das Problem.

Es ist schon viele Jahre her, da sorgte die Meldung, dass so genannte „CSD-Kokillen“ in das Zwischenlager Ahaus gebracht werden sollen, für Unmut. Die Geschichte um diese Atomtransporte ist ein Ausschnitt aus dem ganzen perspektivlosen Atommüll-Desaster, das immer teurer wird.

Gegen die Empfehlung der Entsorgungskommission des Bundes hat die Bezirksregierung Münster die Genehmigung zur Zwischenlagerung von schwach- und mittelaktiven Atommüll in Ahaus um Jahrzehnte verlängert. Atomkraftgegner*innen sind „stinksauer“ und haben Proteste angekündigt.

Für kommenden Montag (22. Juni) erwarten Aktivist*innen im Münsterland den nächsten Abtransport von Uranmüll aus der Anreicherungsanlage in Gronau. Dagegen werden in mehreren Städten Proteste vorbereitet.

Lauter Protest kam aus Luxemburg, an dessen Landesgrenze sich einige der Regionen befinden, in denen Belgien möglicherweise künftig seine hochradioaktiven Abfälle lagern will. Zwei der vorgeschlagenen Orte befinden sich auch nahe der deutschen Grenze, wo sich ebenfalls Widerstand formiert.

Corona stoppt den ersten von vier Castor-Transporten aus Sellafield und La Hague in deutsche Zwischenlager, noch bevor er losfährt. Vom Tisch sind die Atommüll-Fuhren damit aber nicht. Auch wenn das Konzept für die Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle längst nicht mehr den Anforderungen entspricht – und ein neues nicht in Sicht ist.

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