.ausgestrahlt-Blog

31.08.2013 | von Matthias Weyland

Netzausbauplan rechnet mit enormer Überkapazität

Genehmigung des Szenarienrahmens für den NEP 2014

Bei der Genehmigung des Szenariorahmens für den Netzentwicklungsplan 2014 (NEP) durch die Bundesnetzagentur gestern wurde wieder einmal sichtbar, dass die Bundesregierung keine allzu ambitionierte Energiewende anstrebt. Zwar wurden, nach zahlreichen Stellungnahmen von Umweltverbänden und anderen Akteuren (vergleiche u.a. die ablehnende Stellungnahme des BUND), in dem mittleren Szenario auch etwas mehr Windenergie an Land berücksichtigt, anstatt sich an den allzu offensichtlich unrealistischen Ausbauzielen der Offshore-Windenergie festzuhalten (mehr auch in dem Artikel auf klimaretter.info).

Dass die Bundesnetzagentur die Energiewende und Klimaschutz mit ihrer Planung dennoch sabotiert, wird hier im SPIEGEL-Artikel schön beschrieben:

  • Obwohl der Anteil von Ökostrom von 23 auf 35 Prozent steigen soll, sind die Braunkohlekraftwerke auch 2022 fast durchgehend enorm stark ausgelastet.
  • Zwar fallen durch die Atomkraftwerke, die den Berechnungen nach bis Ende 2022 vom Netz gehen, gut 100 Terawattstunden Elektrizität weg. Doch die Ökostromanlagen, die im selben Zeitraum hinzukommen sollen, schaffen rund 150 Terawattstunden. Es gibt also auch in der nicht übermäßig ambitionierten Planung eine eine gewaltige Überproduktion, wie sie schon in der Vergangenheit zu beobachten war. Die Forderung kann nur heißen: Atomkraftwerke schneller abschalten, und auch die schmutzigen Kohlekraftwerke müssen vom Netz!

Der NEP unterstützt damit auch die .ausgestrahlt-Forderung an die Bundesregierung, die AKW-Betreiber endlich beim Wort zu nehmen! Diese hatten sich die letzten Monate verstärkt geäußert, die Reaktoren seien nicht mehr rentabel zu betreiben. Kein Problem, dann schaltet sie endlich ab!

Vergleiche dazu auch den guten ZEIT-Artikel „Deutschland produziert zu viel Strom“.

Matthias Weyland

Matthias Weyland, Jahrgang 1979, ist seit 2006 bei .ausgestrahlt dabei. Beim BUND Baden-Württemberg, für den er bis Ende 2012 arbeitete, kämpfte er unter anderem für die Energiewende und gegen den Bau eines weiteren klimaschädlichen Kohlekraftwerks in Mannheim. Seit 2013 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Umweltbundesamt.

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