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Heute letzter in Betrieb befindlicher Reaktor heruntergefahren. Fukushima nicht unter Kontrolle: Tunnel voll radioaktivem Wasser, Dampf über AKW.

Heute soll der letzte in Betrieb befindliche Atomreaktor in Japan für Wartungsarbeiten heruntergefahren werden. Das Atomkraftwerk Oi im Westen des Landes seit Juli 2012 wieder am Netz – in den kommenden Monaten ist Japan damit erneut komplett atomkraftfrei.

Derweil häufen sich in den GAU-Reaktoren von Fukushima die Zeichen, dass der Zustand an immer mehr Stellen außer Kontrolle ist. Wie einer guten Übersicht vom Freitag der Nachrichtenseite Spreadnews zu entnehmen, ist radioaktives Wasser in zuvor trockengelegte Tunnel der Reaktor-Ruinen geflossen. Zudem war am Freitag erneut Dampf über Fukushima-Reaktor 3 gesichtet worden – wieder einmal konnte man über die Entstehung keine Angaben machen. Außerdem ist radioaktives Wasser durch einen Abflussgraben in den Pazifik gelangt. Schließlich wurde zum fünften Mal in Folge ein Tritiumrekord in Wasserproben aus den Grundwasserkontrollposten gemessen – die Werte sind stetig am steigen.

Zu dieser dramatischen Entwicklung, insbesondere auch im Hinblick auf die massiven Probleme im Umgang mit den enormen Mengen radioaktivem Wasser, äußerte sich auch die Japanische Regierung und Tepco. Nach Angaben eines Führungsmitglieds von Tepco am Freitag bei einem Treffen mit Mitgliedern der oppositionellen Demokratischen Partei gab Kazuhiko Yamashita an, Fukushima sei „nicht unter Kontrolle“. Diese Äußerung wurde umgehend von der Regierung dementiert. Der Kabinettschef der japanischen Regierung, Yoshihide Suga, deutete die Angaben dahingehend, dass nicht die generelle Situation gemeint sei, sondern nur die spezifischen Problem mit dem radioaktiv verseuchten Kühlwasser.

Matthias Weyland

Matthias Weyland, Jahrgang 1979, ist seit 2006 bei .ausgestrahlt dabei. Beim BUND Baden-Württemberg, für den er bis Ende 2012 arbeitete, kämpfte er unter anderem für die Energiewende und gegen den Bau eines weiteren klimaschädlichen Kohlekraftwerks in Mannheim. Seit 2013 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Umweltbundesamt.

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