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Der französische Atomkonzern soll in Großbritannien zwei EPR-Reaktoren am Standort des AKW Hinkley Point bauen. Die Einigung mit EDF soll am heutigen Montag offiziell bestätigt werden. Bereits letzten Donnerstag war die Information aus informierten Kreisen in Paris bekannt geworden. Demnach sollen neben der französischen AREVA, die zur Reaktor-Lieferung auch 10 Prozent Anteile halten wird, zwei chinesische Atomkonzerne beteiligt sein. Anders waren vermutlich nicht genügend Finanzgarantien für den Bau bzw. Betrieb zusammengekommen. Mehr dazu auch im aktuellen Artikel auf TAZ-online sowie im empfehlenswerten Kommentar von M. Kreuzfeldt.

Vertrag ist weiterer Beleg: AKW nur mit Subventionen wirtschaftlich

Das Abkommen kann als weiterer Beleg gewertet werden, dass Atomstrom ohne massive Subventionen und staatliche Unterstützung nicht wirtschaftlich ist. Als garantierter Abnahmepreis für den Strom wurden umgerechnet 109 Euro pro Megawattstunde vereinbart, also 10,9 Cent pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Windenergie an Binnenstandorten (Onshore) erhält im EEG 2012 knapp 9 Cent Vergütung oder weniger, je nach Standort.

Abzuwarten bleibt, ob es bei den Kosten bleibt. An beiden Orten, wo derzeit neue EPR-Reaktoren gebaut werden, kommt es zu gigantischen Preisexplosionen. Im nordfranzösischen Flamanville war der neue Reaktor 2005 noch mit 3,3 Milliarden Euro angegeben worden. Ende 2012 musste eingeräumt werden, dass die Kosten vermutlich auf 8,5 Milliarden Euro ansteigen. Und auch im finnischen Olkiluoto verzögert sich das Neubau-Projekt immer weiter und es kommt zu massiven Kostenexplosionen. Vergleiche dazu auch folgenden Blog-Artikel.

Matthias Weyland

Matthias Weyland, Jahrgang 1979, ist seit 2006 bei .ausgestrahlt dabei. Beim BUND Baden-Württemberg, für den er bis Ende 2012 arbeitete, kämpfte er unter anderem für die Energiewende und gegen den Bau eines weiteren klimaschädlichen Kohlekraftwerks in Mannheim. Seit 2013 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Umweltbundesamt.

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