.ausgestrahlt-Blog

Die Entwicklungen der letzten Tagen sind alles andere als positiv. Während eine riesige Blase verstrahlten Wassers (unter anderem Cäsium 137 und Strontium) über den Pazifischen Ozean auf die Westküste der USA zu treibt und dort voraussichtlich im März ankommt, und bei vor Kalifornien gefangenen Thunfischen und im Plankton bereits radioaktive Belastung festgestellt wurde – mehr dazu im Klimaretter-Artikel, setzen sich die Katastrophenmeldungen aus Japan selbst ebenfalls fort.

Ob die Bergung der Brennelemente voran kommt bleibt weiter unklar. Mitte letzter Woche wurde berichtet, dass die Sicherung der extrem gefährlichen Spaltelemente verschoben werden muss, weil sie laut ingenieur.de „wie Mikadostäbe“ in dem Becken herumlägen und nicht wie geplant mit einem manuell gesteuerten Kran herausgeholt werden könnten.

Auch die japanische Regierung spielt beim Thema Atomkraft derzeit keine rühmliche Rolle. Die Süddeutsche Zeitung berichtete am Montag, dass Atomkraft in Japan fortan als Geheimsache gelten soll. Kommt der Gesetzesvorschlag der Regierung von Premier Shinzo Abe durch, der derzeit im Parlament debattiert wird, soll künftig alles geheim bleiben können, was die Regierung für heikel hält, inklusive der Sicherheit von Atomkraftwerken. Wer Hoffnung auf einen dauerhaften Atomaustieg in Japan hatte, dürfte weiter enttäuscht werden. Der vor zwei Tagen bekannt gewordene Reformplan des Energiesektors soll zwar für mehr Wettbewerb in dem Bereich führen, stärkt aber offensichtlich auch zukünftig die Rolle der Atomkraft vor, wie die TAZ schreibt.

Alles in allem: positive Entwicklung geht anders…

Matthias Weyland

Matthias Weyland, Jahrgang 1979, ist seit 2006 bei .ausgestrahlt dabei. Beim BUND Baden-Württemberg, für den er bis Ende 2012 arbeitete, kämpfte er unter anderem für die Energiewende und gegen den Bau eines weiteren klimaschädlichen Kohlekraftwerks in Mannheim. Seit 2013 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Umweltbundesamt.

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