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Im AKW Gundremmingen ist es am 7. Januar mal wieder zu einer automatischen Abschaltung gekommen. Nach dem Bekanntwerden einer erneuten Tropfleckage an einer Messlanze (zuletzt war es bereits im August zu einer solchen Leckage gekommen) im Block B des Reaktors Gundremmingen wurde er am Dienstag vorübergehend vom Netz genommen. Die Leckagestelle befindet sich im Sicherheitsbehälter, dem innersten Gebäudeabschnitt des Reaktors. Mehr zu dem meldepflichtigem Ereignis im IWR-Portal. Das vor Ort gegen den Reaktor aktive FORUM spricht von einer Häufung von Leckagen, für die RWE die Ursachen verschweige. Insgesamt häufen sich die Störfälle der Anlage.

Was den Vorgang noch pikanter macht: Auch das Abschalten des AKW verlief nicht nach Plan. Beim Herunterfahren kam es zu einer Störung der betrieblichen Speisewasserregelung und zu einer schnelleren Leistungsreduzierung als vorgesehen. In der Folge sprach die Anlagenüberwachung an und führte den manuell eingeleiteten Abschaltvorgang automatisch zu Ende. Das FORUM wirft dem Betreiber RWE zudem vor, mit der zugehörigen Meldung erst Freitag nachmittag nach Redaktionsschluss an die Presse gegangen zu sein.

Matthias Weyland

Matthias Weyland, Jahrgang 1979, ist seit 2006 bei .ausgestrahlt dabei. Beim BUND Baden-Württemberg, für den er bis Ende 2012 arbeitete, kämpfte er unter anderem für die Energiewende und gegen den Bau eines weiteren klimaschädlichen Kohlekraftwerks in Mannheim. Seit 2013 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Umweltbundesamt.

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