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Antwort des Bundesumweltministerium belegt Risiko.

Die Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sylvia Kotting-Uhl weist auf ein gravierendes Problem hin, wie die Augsburger Allgemeine Zeitung berichtet. Demnach haben die beiden aktiven Reaktoren des  AKW Gundremmingen bis heute nicht die notwendigen Sicherheitsnachweise erbracht, dass Störfälle beherrscht werden, wenn es im Kühlkreislauf zu einem Leck kommt und Isoliermaterial die Sumpfpumpen des Notkühlsystems verstopft.

Das Problem trat unter anderem 1992 beim Wiederanfahren des Reaktors im schwedischen Barsebäck auf – der Ausfall der Kühleinrichtung kann zum Super-GAU führen. Die Stoffreste lassen Pumpen kollabieren oder bedrohen direkt die Kühlwasserzufuhr im Kern des Reaktors. Alle bisherigen Versuche, das Risiko zu entschärfen, endeten in der Sackgasse. Mehrfach wurde von Initiativen und Umweltverbänden auch in Deutschland auf das Problem hingewiesen (vergleiche .ausgestrahlt-Hintergrund zur AKW-Unsicherheit).

Im Fall des AKW Gundremmingen heißt es bislang dagegen nur lapidar, die Arbeiten zur Umrüstung seien noch nicht abgeschlossen, einen konkreten Zeitplan gebe es nicht.

Nach Aussage des in Gundremmingen aktiven Forum gegen das Zwischenlager war das Sumpfsiebproblem übrigens auch beim Unfall des Block A im Januar 1977 aufgetreten, aber nie öffentlich gemacht worden. Der kleinste der drei Reaktoren war nach dem Störfall ein Totalschaden und ging nicht mehr ans Netz.

Matthias Weyland

Matthias Weyland, Jahrgang 1979, ist seit 2006 bei .ausgestrahlt dabei. Beim BUND Baden-Württemberg, für den er bis Ende 2012 arbeitete, kämpfte er unter anderem für die Energiewende und gegen den Bau eines weiteren klimaschädlichen Kohlekraftwerks in Mannheim. Seit 2013 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Umweltbundesamt.

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