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24.02.2014 | von Redaktion

BürgerInnen subventionieren Atom und Kohle

Versteckte Kosten der konventionellen Energien sind höher als die Förderung der Erneuerbaren.

Atom und Kohle verursachen Kosten über die Stromrechnung hinaus, die sich für einen durchschnittlichen Haushalt umgerechnet auf rund 360 Euro pro Jahr belaufen. Das geht aus einer Kurzanalyse des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag des Ökostromanbieters Greenpeace Energy eG hervor. Rund ein Drittel weniger, etwa 220 Euro, zahlt ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden im Jahr 2014 über die EEG-Umlage für den Ausbau der Erneuerbaren. „Die Preise am Strommarkt sind verzerrt. Während die Förderung von Wind und Sonne gut sichtbar in der Stromrechnung ausgewiesen wird, erhalten Kohle und Atom versteckte Subventionen, ohne dass die Stromkunden dies wissen“, kritisiert Marcel Keiffenheim von Greenpeace Energy.

Während die erneuerbaren Energien transparent über die EEG-Umlage gefördert werden, haben die konventionellen Energien in 2012 versteckte Kosten in Höhe von rund 40 Milliarden Euro verursacht, die von der Bevölkerung getragen werden müssen. Würde man diese Kosten nach EEG-Methode auf die Verbraucher umlegen, wären dies für einen Haushalt mir einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden umgerechnet 360 Euro pro Jahr. Von den versteckten Kosten entfielen 11 Milliarden Euro auf die Atomenergie, 12,4 Milliarden Euro auf Steinkohle und 13,9 Milliarden Euro auf die besonders umweltschädliche Braunkohle. Hierbei handelt es sich zum einen um staatliche Förderungen wie Finanzhilfen und Steuervergünstigungen, zum anderen um die externen Kosten der einzelnen Energieträger wie Klimaschäden oder Folgekosten eines nuklearen Unfalls. Diese Kosten tragen nicht die Verursacher, sondern werden von Verbrauchern unter anderem über Steuern und Abgaben gezahlt.

Gleichzeitig führt der Ausbau von Wind und Sonne zu einer kräftigen Kostenersparnis, die nicht im Strompreis auftaucht. Erneuerbare-Energien-Anlagen produzieren schon heute zum Teil deutlich günstiger Strom als der konventionelle Kraftwerkspark. Bis zum Jahr 2030 summiert sich der Kostenvorteil auf insgesamt 54 Milliarden Euro, bis 2050 sogar auf 522 Milliarden Euro. „Investitionen in erneuerbare Energien machen uns nicht nur unabhängiger von umwelt- und klimaschädlichen Technologien, sondern unsere Stromversorgung auf lange Sicht auch günstiger“, sagt Marcel Keiffenheim von Greenpeace Energy. Die positive Bilanz der erneuerbaren Energien hat zwei Gründe: Atom und Kohle verursachen Umweltschäden, die von der Allgemeinheit getragen werden müssen. Jede Kilowattstunde grüner Strom hilft, diese Umweltschäden zu vermeiden. Zum anderen schmelzen die Kosten für neue Ökostrom-Anlagen dank technischer Weiterentwicklung und wachsender Routine mehr und mehr dahin.

Weitere Informationen gibt es in der aktuellen Kurzanalyse des Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft sowie in der FÖS-Studie „Was Strom wirklich kostet“ aus dem Jahr 2012, auf dem die Berechnung beruht.

Redaktion

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