.ausgestrahlt-Blog

Zwei neue Studien: erneuerbares und effizientes Energiesystem spart Kosten

Zwar legten die Erneuerbaren auch 2013 nach dem neuen Bericht der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) moderat zu. Dennoch kommen zwei diese Woche veröffentlichten Studien zum ähnlichen Ergebnis, das Stromsystem stehe am Scheideweg.

Die jüngste Studie des Thinktanks Agora Energiewende belegt: Mit deutlichen Energieeinsparungen durch Energieeffizienz und einem hohen Anteil erneuerbarer Energien lassen sich bei Betrachtung des Gesamtsystems für Strom im Jahr 2035 zwischen 10 und 20 Milliarden Euro in Deutschland sparen. Ein solches schlankes Stromsystem ist nicht nur klimafreundlicher, es senkt zudem den Ausbaubedarf bei Stromnetzen. „Dem Effizienzpfad des Energiekonzepts folgend kann unter bestimmten Umständen der in Deutschland bis 2050 erforderliche Übertragungsnetzausbau um bis zu 50 Prozent reduziert werden – im Vergleich zu einem Effizienzpfad ohne große Stromsparambitionen“, so die AutorInnen.

Zu ähnlichen Aussagen, allerdings bezogen auf Europa, kommt die Donnerstag eingestellte Studie im Auftrag von Greenpeace. Unter dem Titel „Stromnetz am Scheideweg“ zeigt die Greenpeace-Studie „powE[R] 2030“: Ein Ausbau des Erneuerbaren Stromanteils auf bis zu 77 Prozent im Jahr 2030 wäre mit weit geringeren Investitionen in den europäischen Netzausbau möglich. Weil in diesem Szenario viele kleine Wind- und Solaranlagen statt weniger großer Kraftwerke den Strom erzeugen, spart Europa insgesamt 24.000 Kilometer an Stromleitungen. Die Versorgungssicherheit wäre dabei rund um die Uhr gewährleistet.

Alles in allem deutliche Aufrufe, jetzt umzusteuern und die Bemühungen zum Stromsparen, zur Effizienzsteigerung und zum Ausbau der erneuerbaren Energien drastisch hochzufahren, anstatt sie zu deckeln!

Matthias Weyland

Matthias Weyland, Jahrgang 1979, ist seit 2006 bei .ausgestrahlt dabei. Beim BUND Baden-Württemberg, für den er bis Ende 2012 arbeitete, kämpfte er unter anderem für die Energiewende und gegen den Bau eines weiteren klimaschädlichen Kohlekraftwerks in Mannheim. Seit 2013 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Umweltbundesamt.

« zurück