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25.03.2014 | von Redaktion

Vattenfall gegen Kapazitätsmarkt

Nach einem Bericht von Spiegel Online widerspricht der Stromkonzern Vattenfall seinen Konkurrenten E.on und RWE bei der Frage nach Unterstützung für fossile Kraftwerke. Anders als die deutschen Unternehmen hält der schwedische Staatskonzern so genannte Kapazitätsmärkte für überflüssig, mit denen die Betreiber zusätzlich entlohnt werden sollen. Demnach heisst es in einer internen Analyse des Konzerns, dass es in Deutschland noch „bis mindestens 2020“ große Überkapazitäten bei den fossilen Kraftwerken gebe. Bis dahin bestünden „allenfalls regionale Kapazitätsprobleme“, die sich aber durch einen „zügigen Ausbau der Übertragungsnetze“ lösen ließen.

Vattenfall rechnet nicht damit, dass mehr Kraftwerke vom Netz gehen, als die deutsche Stromversorgung verkraften kann. „Wenn die unwirtschaftlichsten Kraftwerke ausscheiden, erholt sich das Strompreisniveau wieder, und die verbleibenden vorher unwirtschaftlichen Kraftwerke erlösen wieder ihre fixen Kosten“, heißt es in dem Papier. Die „sofortige Einführung von flächendeckenden Kapazitätsmechanismen“ sei daher „nicht zielführend“.

Für ein mögliches zukünftiges Strommarktdesign gibt es einige Vorschläge. Der Sachverständigenrat der Bundesregierung für Umweltfragen beispielsweise hat Ende 2013 das Sondergutachten „Den Strommarkt der Zukunft gestalten“ (12-seitige Zusammenfassung) veröffentlicht und es im März der neuen Bundesregierung vorgestellt. In der Pressemeldung dazu erklärte der Rat: Die konventionelle Stromversorgung muss sich den Erfordernissen der erneuerbaren Energien unterordnen. Ein hoher Anteil an Kohlekraftwerken ist mit der Energiewende nicht vereinbar. Flexible Gaskraftwerke sind für den Übergang zu einer Stromversorgung mit hohen Anteilen erneuerbarer Energien unverzichtbar, während die aktuellen Überkapazitäten an Grundlastkraftwerken schrittweise abgebaut werden müssen.“ Zur Übersicht über die verschiedenen Modelle hat das Potsdamer IASS-Institut jüngst einen Vergleich der Studien zur Fortentwicklung des EEG veröffentlicht.

Redaktion

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