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Die Münsterländer Anti-Atom-Initiativen befürchten ein neues Uran-Lager der Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau. Sie gehen davon aus, dass das neue Uranmüll-Zwischenlager für bis zu 60.000 Tonnen Uranoxid (U308) auf dem Gelände der Gronauer Urananreicherungsanlage kurz vor seiner Eröffnung steht. Die Bundesregierung hatte zuletzt 2014 als Eröffnungsjahr angegeben und bereits für 2014 die ersten Transporte von Uranoxid von Frankreich nach Gronau angekündigt.

Im südfranzösischen Pierrelatte wird abgereichertes Uranhexafluorid, das bei der Anreicherung entsteht, zur langfristigen Lagerung in Uranoxid umgewandelt. Laut Bundesregierung ist in Gronau eine zeitlich unbefristete Lagerung des Uranoxids geplant. AtomkraftgegnerInnen befürchten deshalb die Entstehung eines oberirdischen Endlagers in Gronau.

Die Anti-Atomkraft-Initiativen gehen zudem davon aus, dass die Betreiberfirma Urenco bereits im nächsten Jahr den Antrag für den Bau einer zweiten, ähnlich großen Lagerhalle für Uranoxid in Gronau stellen wird. Nach Berechnungen der Bundesregierung reicht die Kapazität der ersten Uranmüll-Halle nämlich nur für zehn Betriebsjahre (Quelle: Bundestags-Drucksache 17/13598). Da seit 2009 kein Uranmüll mehr von Gronau nach Russland exportiert wird, wäre die erste Halle bereits 2019/20 komplett belegt. Der Bau einer zweiten Lagerhalle für Uranoxid ist demnach in absehbarer Zeit für Urenco dringend notwendig, wenn der Betrieb der Urananreicherungsanlage Gronau aufrecht erhalten werden soll.

18. April: Ostermarsch gegen UAA Gronau

Die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland bereiten zusammen mit zahlreichen Friedensinitiativen aus dem Ruhrgebiet für Karfreitag, den 18. April, einen Ostermarsch an der Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau vor. Beginn ist um 12.30 Uhr am Haupttor der UAA. Im Vordergrund stehen dabei sowohl die militärische Komponente der Urananreicherung sowie die geplante Eröffnung des neuen Uranmüll-Dauerlagers und der geplante Verkauf der Betreiberfirma Urenco, der zu einer ungewollten Weiterverbreitung der Urananreicherungstechnologie führen kann.

Matthias Weyland

Matthias Weyland, Jahrgang 1979, ist seit 2006 bei .ausgestrahlt dabei. Beim BUND Baden-Württemberg, für den er bis Ende 2012 arbeitete, kämpfte er unter anderem für die Energiewende und gegen den Bau eines weiteren klimaschädlichen Kohlekraftwerks in Mannheim. Seit 2013 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Umweltbundesamt.

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