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01.04.2014 | von Redaktion

Versenkter Atommüll soll untersucht werden

Nach einem Bericht des SWR plant die Bundesregierung, radioaktive Abfälle zu untersuchen, die vor der europäischen Küste versenkt wurden. Bis 1982 wurde diese Art der Entsorgung praktiziert – ein Teil der im Meer versenkten Fässer mit Atommüll stammt aus dem Kernforschungszentrum Karlsruhe.

Insgesamt 220.000 Fäser versenkt

Die Forscher sollen untersuchen, wie sich die Radioaktivität aus den inzwischen leckgeschlagenen Fässern in der Nahrungskette anreichert und welche Auswirkungen sie auf lebende Organismen hat. Das geht aus einem Positionspapier der Regierung hervor, das dem Politikmagazin Report Mainz vorliegt. Die Bundesregierung hat 1979 mindestens 480 Stahlfässer mit radioaktivem Inhalt aus dem Kernforschungszentrum Karlsruhe (inzwischen KIT) zusammen mit britischem und belgischem Atommüll im Atlantik versenken. Insgesamt entsorgten europäische Staaten 220.000 Fässer mit radioaktivem Müll an 15 Stellen im Atlantik. Mehr als 28.000 Fässer davon liegen im Ärmelkanal vor der französischen Küste in etwa 100 Metern Tiefe.

ARTE-Doku über Europas versenkten Atommüll

Im letzten Jahr hat ARTE eine Dokumentation über die mehr als 100.000 Tonnen versenkten Atommüll („Versenkt und Vergessen – Atommüll vor Europas Küsten„) gezeigt. Die Filmemacher Thomas Reutter und Manfred Ladwig hatten sich mit einem Schiff, Spezialausrüstung und Unterwasserkameras auf die Suche nach den versenkten Atommüllfässern gemacht. Von der britischen Kanalinsel Alderney aus brach das Team auf, den versunkenen Atommüll im Ärmelkanal zu finden. Schon 2009 hatte Arte mit der ausgezeichneten Dokumentation „Albtraum Atommüll“ auf das Problem hingewiesen.

Redaktion

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