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Ein Jahr nach Beinahe-Katastrophe: Aktionsserie gegen Atomtransporte durch Hamburger Hafen.

Mit einer Serie von Aktionen haben AktivistInnen von Robin Wood und Hamburger Anti-Atom-Initiativen ein Jahr nach der Beinahe-Katastrophe auf Grund eines brennenden Atomfrachters über mehrere Tage hinweg auf das tägliche Risiko hingewiesen und ein Verbot des Transports von Kernbrennstoffen gefordert.

Am 30. April wurden dazu zahlreiche Transparente durch KletteraktivistInnen aufgehängt, am 2. wurde erneut auf das – so ZEIT Hamburg – tägliche Restrisiko hingewiesen. Am 3. Mai befestigten Aktive mit Magneten ein Banner an der Schiffswand der Atlantic Cartier mit der Botschaft: „Atomtransporte brandgefährlich“ (Blog-Bericht von Robin Wood).

In der Pressemeldung von Robin Wood heisst es: Über Hamburg werden rund jeden zweiten Tag radioaktive Frachten für Atomkraftwerke und  andere Atomanlagen in aller Welt abgewickelt. Oftmals sind die Brennelementefabrik im niedersächsischen Lingen und die Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau (Münsterland) Ziel oder Absender der radioaktiven Uran-Materialien. Beide Uran-Fabriken unterliegen nicht dem sogenannten Atomausstieg, sondern verfügen über völlig unbefristete Betriebsgenehmigungen.

Der letzte bekannt gewordene Unfall eines Schiffes der ACL, der Atlantic Companion, ereignete sich am 13.3.14 in Halifax/Kanada. Da hatten sich vier Fässer mit angereichertem Uran aus ihrer Halterung gelöst und stürzten beim Entladen aus sechs Meter Höhe auf das Schiffsdeck. Obwohl zunächst ein Anstieg der Radioaktivität auf das 3-4fache gemessen und der Hafenbereich evakuiert wurde, konnten später keine Undichtigkeiten der Behälter festgestellt werden. Dass die Behälter einen Sturz auch aus neun Metern Höhe überstanden hätten, wie der Hersteller angibt, beruhigt dabei wenig: Containerbrücken sind meist um die 15 Meter hoch. Auch die Atlantic Companion ist regelmäßig als Atomtransport in Hamburg „zu Gast“: Voraussichtlich wieder am 6. Mai 2014.

Erst Anfang April war bekannt geworden, dass aus dem gefährlichen Brand 2013 keine Konsequenzen gezogen wurden – und beide Feuerlöschbote in Hamburg nicht einsatzbereit waren.

Matthias Weyland

Matthias Weyland, Jahrgang 1979, ist seit 2006 bei .ausgestrahlt dabei. Beim BUND Baden-Württemberg, für den er bis Ende 2012 arbeitete, kämpfte er unter anderem für die Energiewende und gegen den Bau eines weiteren klimaschädlichen Kohlekraftwerks in Mannheim. Seit 2013 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Umweltbundesamt.

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