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10.07.2014 | von Redaktion

Windkraft laut Seehofer gefährlicher als AKW

Anfrage der SPD zeigt: Abstand von AWK zu Siedlungen in Bayern geringer als geplante 10H-Regelung.

„Jeder Meter zählt für Horst Seehofer, wenn es um den Abstand zwischen Windrädern und Wohnhäusern geht, jedenfalls in Bayern. Geht es nach dem Willen des bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Chefs, kann dieser Abstand gar nicht groß genug sein,“ schreibt Spiegel Online.

Um das umzusetzen, hat Bayern die äußerst umstrittene 10H-Regelung (Mindestabstand = 10fache Höhe) beschlossen, nachdem der Bundestag dazu Ende Juni mit der Verabschiedung der Länderöffnungsklausel extra für Bayern den Weg frei gemacht hatte. Opposition und Umweltverbände lehnen die Regelung vehement ab, und kritisieren, dass dadurch der Bau neuer Windkraftanlagen praktisch unmöglich wird. Moderne Windanlagen mit sinnvoller Windenergieernte in Bayern haben eine Nabenhöhe von circa 140 Metern, so dass die Rotorspitzen bei 200 Metern Höhe liegen. Der Abstand zur nächsten Wohnbebauung müsste demnach mindestens 2000 Meter betragen. Der Bund Naturschutz in Bayern, also der dortige BUND-Landesverband, der gewohnt unverdächtig auf die Vereinbarkeit von Natur- und Umweltschutz achtet, hat eine Online-Kampagne gegen Seehofers Pläne gestartet und schreibt: „Woher die Zahl „das Zehnfache der Anlagenhöhe“ kommt, ist nicht ersichtlich. Es gibt dafür keine sachliche Begründung – außer dem Ziel, die Windenergie und damit die Energiewende in Bayern zu stoppen. Dabei ist der Freistaat beim Ausbau der Windenergie von den selbst gesteckten Zielen noch immer meilenweit entfernt.“

Wie absurd die Pläne sind, zeigt nun ein Vorstoss, der das Ausmass der tatsächlichen Risikotechnologie Atomkraft in den Fokus rückt.  SPD-Landtagsabgeordneten Florian von Brunn hat im Zusammenhang mit der 10H-Diskussion beim zuständigen Ministerium für Wirtschaft, Medien, Energie und Technologie nachgefragt, in welcher Entfernung sich etwa die Atomkraftwerke im Freistaat von Wohnhäusern befinden. Anlagen also, die ein potenzielles Sicherheitsrisiko für die Bevölkerung darstellen. Herauskam: Im Falle des AKW Gundremmingen, einem besonders riskanten Meiler, beträgt der Abstand 900 Meter, bei Grafenrheinfeld sind es nur 750 Meter und der Abstand vom AKW Isar zum nächsten Wohnhaus beträgt nur 100 Meter. Ein Bruchteil gegenüber den geplanten Windkraft-Abständen, was nur den Schluss zulässt, dass Seehofer Windenergie für gefährlicher hält als Atomkraft.

Redaktion

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