.ausgestrahlt-Blog

Lange ist der letzte Nachrichtenüberblick her, doch nun wieder einen Rückblick über die Meldungen aus Japan aus den letzten Wochen.

Am Mittwoch vor einer Woche hat die japanische Atomregulierungsbehörde erstmals einem AKW die nach dem Super-GAU von Fukushima eingeführten Sicherheitsanforderungen bescheinigt (Tagesschau-Beitrag). Das AKW Sendai in der Nähe eines aktiven Vulkans hat als erstes eine Hürde zur Wieder-Inbetriebnahme genommen. Nach einer weiteren 30-tägigen Prüfperiode will die Atombehörde entscheiden, ob sie grünes Licht für das Anfahren der zwei Reaktoren am Sendai-Komplex gibt. Ein Neustart in Sendai vor dem Herbst ist allerdings unwahrscheinlich.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass hunderte Reisfelder in der Region Fukushima radioaktiv verseucht wurden. Der Fukushima-Konzern Tepco hatte verstrahlten Wasserdampf freigesetzt, der in Gebiete in einer Entfernung von mehr als 20 Kilometer gelangte und dort die Reisernte verstrahlte.

Ebenfalls letzte Woche musste Tepco – weitgehend unberichtet von den hiesigen Nachrichten – eine herbe Niederlage einräumen. Der erstmalige Versuch, einen gefrorenen Schutzwall gegen radioaktives Wasser im Erdreich anzulegen, scheiterte (Pleite bei Eiswall für verseuchtes Wasser in Fukushima).

Die Japanerin Mari Takenouchi hat eine internationale Onlinepetition (Link) eingerichtet. Hauptforderung: Kinder und schwangere aus der Fukushimazone evakuieren. Leider läuft gerade ein Wieder-Ansiedlungsprogramm: Familien sollen in die Evakuierungszone zurückkehren und dann will man die langfristigen Gesundheitsschäden erforschen.

Am Samstag wurde ein neues Leck an Reaktor 5 von Fukushima gemeldet. Das Team der stets aktuellen Seite Spreadnews schreibt: „Nachdem es in der Vergangenheit bereits Probleme gegeben hatte, war das Kühlsystem des Abklingbeckens von Reaktor 5 abgeschaltet worden. Am vergangenen Donnerstag hatte Tepco zudem angekündigt, das Kühlsystem des Abklingbeckens von Reaktor 5 werde bis August abgeschaltet bleiben. Die einzige Möglichkeit das Kühlsystem wiederherzustellen, sei der Ersatz durch ein System aus Reaktor 3 von AKW Fukushima 2. Die Arbeiten sollen Ende des Monats erfolgen.“

Matthias Weyland

Matthias Weyland, Jahrgang 1979, ist seit 2006 bei .ausgestrahlt dabei. Beim BUND Baden-Württemberg, für den er bis Ende 2012 arbeitete, kämpfte er unter anderem für die Energiewende und gegen den Bau eines weiteren klimaschädlichen Kohlekraftwerks in Mannheim. Seit 2013 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Umweltbundesamt.

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