.ausgestrahlt-Blog

10.11.2014 | von Jan Becker

Uranzug in Hamburg blockiert

AtomkraftgegnerInnen haben heute abend einen Transport mit Uranerzkonzentrat in Hamburg gestoppt. AktivistInnen der Organisation ROBIN WOOD seilten sich vor dem Zug ab und fordern von Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz, die Transporte von radioaktivem Material durch den Hafen zu verbieten.

Nach Informationen von ROBIN WOOD stammt das atomare Material von einem Schiff, das bereits am vergangenen Donnerstag im Hamburger Hafen angelegt hatte. Dort seien fünfzehn Container mit Uranerzkonzentrat entladen worden, die aus „den autoritär regierten GUS-Staaten Kasachstan oder Usbekistan stammen“, so ROBIN WOOD in einer Pressemitteilung. Die betroffene Firma, C. Steinweg, habe von August 2013 bis August 2014 fast fünftausend Tonnen Uranerzkonzentrat in Hamburg-Steinwerder umgeschlagen – was „fast zehn Prozent der weltweiten Uranförderung“ ausmache, so Tobias Darge, Energie-Referent von ROBIN WOOD.

Das Uranerzkonzentrat ist bestimmt für die französische Konversionsanlage bei Malvési in der Nähe von Narbonne. Per Bahn ist die radioaktive Fracht vier Tage lang von Hamburg über Bremen, Osnabrück, Münster, Köln, Koblenz und Woippy nach Malvési unterwegs. Nach der Verarbeitung in Südfrankreich kommt das Uran als Uranhexafluorid „zurück“ nach Deutschland zur Urananreicherung in Gronau und später zur Brennelementefertigung in Lingen.

„Das hat mit Atomausstieg absolut nichts zu tun!“, so AtomkraftgegnerInnen aus dem Münsterland, die zu weiteren Protesten entlang der Transportstrecke aufrufen.

Zur Koordination einer Kampagne gegen die Urantransporte laden die AktivistInnen zwischen dem 28.-30. November zu einem „internationalen Urantransportetreffen“ nach Münster.

weiterlesen:

  • Der Atomausstieg braucht keine Brennstäbe aus Lingen
    5. November 2014 — Am heutigen Mittwoch war der niedersächsische Umweltminister Wenzel (Grüne) zu Besuch in der ANF Brennelementefabrik in Lingen. Wenzel bekräftigt den Weiterbetrieb, Atomkraftgegner fordern die sofortige Stilllegung.
  • Uran – der dreckige Atom-Brennstoff
    Die angeblich „saubere“ Atomenergie erzeugt schon am Anfang einen gigantischen Haufen strahlenden Mülls: radioaktiver, giftiger Schlamm, der das Grundwasser bedroht, die Luft verseucht, die Bevölkerung verstrahlt.

Quelle (Auszug): robinwood.de, 10.11.2014

Jan Becker

Jan Becker hat jahrelang die Webseite www.contrAtom.de betrieben und täglich aktuelle Beiträge zur Atompolitik verfasst. Seit November 2014 schreibt der studierte Umweltwissenschaftler für .ausgestrahlt. Jan lebt mit seiner Familie im Wendland. Mit dem Protest gegen regelmäßig durch seine Heimatstadt Buchholz i.d.N. rollende Atommülltransporte begann sein Engagement gegen Atomenergie, es folgten die Teilnahme und Organisation zahlreicher Aktionen und Demonstrationen.

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