.ausgestrahlt-Blog

20.03.2015 | von Jan Becker

Diskussion und Kundgebung: „Kein Atommüll in Schacht KONRAD!“

Völlig veraltete Sicherheitsberechnungen, ein untauglicher Standort und nicht-rückholbare Atommülleinlagerung: Auf „Schacht Konrad“ ruhen derzeit die Entsorgungshoffnungen der Bundesregierung. In wenigen Jahren soll die Deponie eröffnet werden. Erneuten Protest gegen die Pläne gibt es am 25. März.

Im Zuge der Veröffentlichung des Nationalen Entsorgungsprogramms wurde jüngst bekannt, dass die Bundesregierung deutlich mehr und ganz anderen radioaktiven Müll in Schacht Konrad einlagern will, als genehmigt wurde. Allerdings soll keine neue Genehmigung beantragt werden, sondern die Erweiterung und damit – so befürchten es die KritikerInnen – auch eine Absenkung der Sicherheitsanforderungen erst nach der Inbetriebnahme durchgeführt werden. Dann endet nämlich die Atomaufsicht durch das Land Niedersachsen und geht auf den Bund über.

Die Stadt Salzgitter, die IG Metall Salzgitter-Peine, das Niedersächsische Landvolk Braunschweiger Land und die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD e.V. haben gemeinsam die Bundesumweltministerin aufgefordert, vor Ort in Salzgitter öffentlich Rechenschaft über diese Pläne zu geben. Gleichzeitig verlangen die KritikerInnen vom niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) eine Neubewertung des Projektes vorzunehmen. So war es in der rot-grünen Koalitionsvereinbarung festgeschrieben worden.

Für Mittwoch, den 25. März hat nun Staatssekretär Jochen Flasbarth aus dem Bundesumweltministerium seine Teilnahme an einer öffentlichen Podiumsdiskussion in Salzgitter zugesagt. Auch der niedersächsische Umweltminister Wenzel und Wolfram König, Präsident des Bundesamt für Strahlenschutz, werden an der Veranstaltung teilnehmen.

Schon vor der Inbetriebnahme zeichnet sich ab, dass mit Schacht KONRAD nach den havarierten Atommülllagern ASSE II und Morsleben das nächste Entsorgungs-Desaster in der Region Braunschweig errichtet wird.

Mit einer Kundgebung ab 17.00 Uhr werden die Politiker vor dem Gymnasium Am Fredenberg, Hans-Böckler-Ring 20a, 38228 Salzgitter begrüßt, die Diskussionsveranstaltung beginnt um 17.30 Uhr.

weiterlesen:

  • 600.000 Kubikmeter: Bundesregierung prognostiziert viel mehr Atommüll
    18. November 2014 — Schonungslose Neuberechnung des Bundesumweltministeriums haben ergeben: Die Bundesrepublik muss in den nächsten Jahrzehnten viel mehr Atommüll entsorgen als bislang geplant. Erstmalig tauchen in offiziellen Dokumenten Abfälle aus der Urananreicherung und der Asse-II auf. Eine Entsorgungslösung gibt es nicht.
  • Atommüllreport: 2013 ist im Rahmen der Arbeit der Atommüllkonferenz eine 272-seitige “Bestandaufnahme Atommüll “entstanden. Diese Bestandsaufnahme umfasst die Anlagen in der Bundesrepublik Deutschland an denen Atommüll produziert oder gelagert wird, sowie die Verbringung von Abfällen innerhalb Deutschlands und in andere Länder. – www.atommuellreport.de

Quelle (Auszug): ag-schacht-konrad.de

Jan Becker

Jan Becker hat jahrelang die Webseite www.contrAtom.de betrieben und täglich aktuelle Beiträge zur Atompolitik verfasst. Seit November 2014 schreibt der studierte Umweltwissenschaftler für .ausgestrahlt. Jan lebt mit seiner Familie im Wendland. Mit dem Protest gegen regelmäßig durch seine Heimatstadt Buchholz i.d.N. rollende Atommülltransporte begann sein Engagement gegen Atomenergie, es folgten die Teilnahme und Organisation zahlreicher Aktionen und Demonstrationen.

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