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29.06.2015 | von Jan Becker

„Das Schweigen der Lämmer“ – Reportage über den Uranabbau in der Mongolei

Tote Tierbabys, giftiger Staub und verzweifelte Nomaden: Der französische Atomkonzern Areva erkundet in der Mongolei Uranvorkommen und bereitet deren Abbau vor. Mit einer Reportage widmen sich vier Nachwuchs-Journalisten dieser Kehrseite der Atomenergie, die von der Atomlobby nur zu gern verschwiegen wird.

Im Herbst 2013 hat der französische Staatskonzern Areva im Bezirk Ulaanbadrakh in der Ostmongolei die Lizenz zum Abbau von Uranvorkommen erhalten. Die Erkundungsarbeiten und -bohrungen, bei denen große Mengen Chemie zum Einsatz kommen, dauern bereits Jahre an. Nomaden leben in der Abwindzone dieser Probebohrungen und berichten von einer zunehmenden Anzahl von Krankheiten und Missbildungen bei ihren Ziegen, Schafen und Kamelen. Das Wasser sei verseucht und der Staub giftig.

Ein Zusammenhang zwischen den Erkrankungen und dem Uranabbau wird bisher bestritten, dennoch kämpfen die Nomaden darum, dass ein solcher anerkannt wird. Areva seinerseits hat bisher keinen Nachweis für die Unschädlichkeit seiner Arbeiten erbracht; weltweit zieht sich der Konzern aus der Verantwortung für die Folgeschäden.

Vier Nachwuchs-Journalisten aus Deutschland, die unter dem Namen „JibCollective“ arbeiten, haben eine beeindruckende Reportage zu diesem Thema gemacht: „Das Schweigen der Lämmer“.

weitere Informationen:

weiterlesen:

  • Der schmutzige Atom-Brennstoff
    Die angeblich „saubere“ Atomenergie erzeugt schon am Anfang einen gigantischen Haufen strahlenden Mülls: radioaktiver, giftiger Schlamm, der das Grundwasser bedroht, die Luft verseucht, die Bevölkerung verstrahlt. Die angeblich „umweltfreundliche“ Atomenergie hinterlässt schon vor Produktion der ersten Kilowattstunde „National Sacrifice Areas“, Opferzonen, die radioaktiven Mondlandschaften gleichen.
  • Die gesundheitlichen Folgen des Uranbergbaus
    7. Juli 2014 — Dokumentation der Fachtagung vom 19.-22.6.: Die verschiedenen Prozesse und Zwischenschritte bei der Verarbeitung von Uran werden von Atombefürwortern oft als „Atomarer Kreislauf“ bezeichnet. Dabei handelt es sich mitnichten um einen Kreislauf, sondern vielmehr um eine Sackgasse, die beim Rohstoff Uran beginnt und beim Atommüll endet.
  • Französischer Konzern AREVA verabschiedet sich vom Reaktorbau
    24. März 2015 — Das französische Atomunternehmen AREVA wird künftig keine Atomkraftwerke mehr bauen. Der Konzern, der sich mehrheitlich im Staatsbesitz befindet, ordnet nach herben Verlusten im letzten Jahr seine Geschäftspolitik neu. Grund für die schlechte Bilanz sind auch miserable AKW-Projekte.

Quelle (Auszug): greenpeace-magazin.de, 25.6.2015

Jan Becker

Jan Becker hat jahrelang die Webseite www.contrAtom.de betrieben und täglich aktuelle Beiträge zur Atompolitik verfasst. Seit November 2014 schreibt der studierte Umweltwissenschaftler für .ausgestrahlt. Jan lebt mit seiner Familie im Wendland. Mit dem Protest gegen regelmäßig durch seine Heimatstadt Buchholz i.d.N. rollende Atommülltransporte begann sein Engagement gegen Atomenergie, es folgten die Teilnahme und Organisation zahlreicher Aktionen und Demonstrationen.

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