.ausgestrahlt-Blog

03.07.2015 | von Jan Becker

climbkili4peace – Atom-Protest auf dem höchsten Gipfel Afrikas

AtomkraftgegnerInnen und FriedensaktivistInnen besteigen zur Zeit den Kilimanjaro aus Protest gegen Uranabbau, Atomprogramme und Atomwaffen. Begleitet werden sie von einem deutschen Videoteam.

Die tansanische Regierung plant den Beginn mehrerer Tagebauminen, um zu einer der weltweit größten Uran exportierenden Nationen aufzusteigen. Uran wird als Treibstoff für Atomkraftwerke oder als Ausgangsmaterial von Atomwaffen benötigt. Damit findet es nahezu keine Verwendung in Afrika.

Der Uranabbau gefährdet in Tansania den Lebensraum zahlreicher Tierarten und die Lebensgrundlage von über 100.000 Menschen, da Uranförderung mit einer massiven Umweltverschmutzung einhergeht und der entstehende Abraum über Millionen Jahre radioaktiv sein wird.

Der Uranpreis befindet sich derzeit auf einem historischen Tiefstand, weltweit stehen Uranminen still und damit werden keine neue Kapazitäten gebraucht, kritisieren die AktivistInnen. Sie vermuten russische und australische Minengesellschaften hinter den Projektplänen, die durch neuen Abbaustandorte die Kosten hoher Umweltauflagen in den eigenen Ländern umgehen wollen.

Um auf u.a. dieses Unrecht aufmerksam zu machen, erklimmen zwischen dem 30. Juni und dem 4. Juli eine Gruppe afrikanischer AktivistInnen unter dem Motto „K-Project for Peace“ den Kilimanjaro. Die Protestgruppe hat sich diesen Berg als Sinnbild ausgesucht, da er mit 5.895 Metern Höhe der höchste Berg Afrikas ist. Die Aktion wurde organisiert von den Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW) Africa und wird u.a. von der deutschen Sektion des IPPNW, der internationalen Kampagne „ican“ gegen Nuklearwaffen und dem Uranium Network unterstützt.

Ein Team von jungen VideojournalistInnen aus Deutschland begleitet diese ungewöhnliche Aktion und befindet sich mit der Gruppe beim Aufstieg zum „Uhuru“ (Freiheit)-Gipfel.

weiterlesen:

  • „Wir essen Radioaktivität, trinken Radioaktivität und baden in Radioaktivität“
    23. Juni 2015 — Drei FilmemacherInnen aus Norddeutschland arbeiten derzeit an einem Dokumentarfilm über die Energiepolitik Südafrikas. Das Land steht am Scheideweg: Atomenergie oder Erneuerbare Energien. Im Interview sprechen die AktivistInnen über die Hintergründe, ihre Motivation und die Möglichkeit, von Deutschland aus die Menschen dort zu unterstützen.
  • Südafrika setzt auf Atomkraft – die Bevölkerung auf Ausstieg
    23. April 2015 — Die Südafrikanische Regierung plant den Ausbau ihrer Atomkraftversorgung und den Neubau von mehreren Atomkraftwerken. Die Bevölkerung fordert den Atomausstieg, denn das Land hat gewaltige Potentiale für Erneuerbare Energien. FilmemacherInnen aus Deutschland besuchten eine Protestaktion.
  • „Das Schweigen der Lämmer“ – Reportage über den Uranabbau in der Mongolei
    29. Juni 2015 — Tote Tierbabys, giftiger Staub und verzweifelte Nomaden: Der französische Atomkonzern Areva erkundet in der Mongolei Uranvorkommen und bereitet deren Abbau vor. Mit einer Reportage widmen sich vier Nachwuchs-Journalisten dieser Kehrseite der Atomenergie, die von der Atomlobby nur zu gern verschwiegen wird.
  • Der schmutzige Atom-Brennstoff
    Die angeblich „saubere“ Atomenergie erzeugt schon am Anfang einen gigantischen Haufen strahlenden Mülls: radioaktiver, giftiger Schlamm, der das Grundwasser bedroht, die Luft verseucht, die Bevölkerung verstrahlt. Die angeblich „umweltfreundliche“ Atomenergie hinterlässt schon vor Produktion der ersten Kilowattstunde „National Sacrifice Areas“, Opferzonen, die radioaktiven Mondlandschaften gleichen.

Quellen (Auszug): ippnw.de, ippnwafrica.org, ujuzi.de; 02.07.2015

Jan Becker

Jan Becker hat jahrelang die Webseite www.contrAtom.de betrieben und täglich aktuelle Beiträge zur Atompolitik verfasst. Seit November 2014 schreibt der studierte Umweltwissenschaftler für .ausgestrahlt. Jan lebt mit seiner Familie im Wendland. Mit dem Protest gegen regelmäßig durch seine Heimatstadt Buchholz i.d.N. rollende Atommülltransporte begann sein Engagement gegen Atomenergie, es folgten die Teilnahme und Organisation zahlreicher Aktionen und Demonstrationen.

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