.ausgestrahlt-Blog

29.03.2016 | von Jan Becker

Ohne Atomstrom: Hamburg liest wieder

Eine Woche exklusive Kultur für den Atomausstieg: Ín Hamburg haben am 23. März die sechsten „Erneuerbaren Lesetage“ begonnen. Fast vier Wochen vor dem eigentlichen Start besuchte zum Prolog des Literaturfestivals Japans Ex-Premierminister Naoto Kan die Hansestadt. Zwischen dem 21. bis 27. April finden wieder zahlreiche spannende Veranstaltungen statt.

„Lesen ohne Atomstrom“-Moderatoren Oliver Neß und Frank Otto sprachen vor einem überfüllten Museum für Völkerkunde von einer „beeindruckende Demonstration für ein grundlegend anderes Kulturverständnis“ in Hamburg. Die Veranstaltung war 2011 als „Anti-Vattenfall-Lesungen“ gestartet, wenige Tage vor dem 25. Jahrestag des Super-GAU von Tschernobyl, vier Wochen nach den Reaktorexplosionen von Fukushima.

Am 23. März 2016 feierten 600 ZuschauerInnen Japans Ex-Premierminister „fast wie einen Popstar“ – als dieser rigoros das Ende der Atomkraft forderte. Er bekräftigte zudem die Forderung an die Stadtregierung, das Atom-Drehkreuz Hafen zu sperren:

„Wenn Hamburg kurzfristig Atomtransporte über seinen Hafen verbieten würde, wäre das ein starkes Zeichen.“ Naoto Kan: „Ich danke 'Lesen ohne Atomstrom' sehr, dass ich hier sprechen durfte."

1930405_1157765967591444_1346004342891546491_n.jpg
Wendenpass für Japans Ex-Premier

AtomkraftgegnerInnen erwiesen Kan dann noch eine besondere Ehre: Sie ernannten ihn zum Ehrenbürger der „Republik Freies Wendland“. Martin Donat, Vorsitzender der BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, übergab ihm einen historischen Wendenpass.

Veranstaltungsreihe vom 21.-27.04.

Vom 21. bis 27. April treten zwei Dutzend namhafte Künstler und Autoren bei Hamburgs unabhängigem Literaturfestival auf. Wie jedes Jahr ist der Besuch aller Veranstaltungen kostenlos.

Jan Becker

Jan Becker hat jahrelang die Webseite www.contrAtom.de betrieben und täglich aktuelle Beiträge zur Atompolitik verfasst. Seit November 2014 schreibt der studierte Umweltwissenschaftler für .ausgestrahlt. Jan lebt mit seiner Familie im Wendland. Mit dem Protest gegen regelmäßig durch seine Heimatstadt Buchholz i.d.N. rollende Atommülltransporte begann sein Engagement gegen Atomenergie, es folgten die Teilnahme und Organisation zahlreicher Aktionen und Demonstrationen.

« zurück