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17.10.2018 | von Jan Becker

Gronau & Lingen schließen!

Mit einer Mahnwache begleiteten Anti-Atom-Aktivist*innen eine Anhörung im Umweltausschuss des Bundestages zur Zukunft der Uranfabriken in Gronau und Lingen.

16.04.18: Mahnwache anlässlich Anhörung im BT-Umweltauschuss in Berlin
Foto: K. Rudek Anti-Atom-Mahnwache in Berlin

Auf Initiative der Fraktionen von Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen fand am Mittwoch im Berliner Paul-Löbe-Haus eine Anhörung über die Zukunft der umstrittenen Anlagen statt. Anti-Atomkraft-Initiativen aus der Grafschaft Bentheim, aus dem Emsland, aus dem Münsterland sowie aus dem Wendland begleiteten die Veranstaltung mit einer Mahnwache vor dem Gebäude.

„Die Stilllegung der Urananreicherungsanlage in Gronau und der Brennelementefabrik in Lingen ist eine konsequente Umsetzung des Atomausstiegs-Beschlusses von 2011 und damit fachlich wie rechtlich dringend geboten und auch möglich”, unterstreichen die Anti-Atom-Initiativen ihre Forderungen in einer inhaltlichen Stellungnahme.

Atombrennstoff aus Lingen.jpg

Nach der Abschaltung der letzten deutschen Atomkraftwerke zum 31. Dezember 2022 würden die Uranfabriken nur noch für den Export produzieren - und damit den Weiterbetrieb vieler hochproblematischer Atomkraftwerke im nahen wie fernen Ausland ermöglichen. Für das Inland werden beide Atomanlagen nicht mehr benötigt und damit sei auch „ihr ursprünglicher Zweck erfüllt“. Zusätzlich sind mit dem Weiterbetrieb der Anlagen auch friedenspolitische Belastungen und Gefahren verbunden, weil faktisch auf deutschem Boden Atombombenmaterial hergestellt werden kann.

„Wir erwarten in Berlin endlich politische Bewegung“, fordert Christina Burchert vom Arbeitskreis Umwelt Schüttorf.

Atomausstieg und die gleichzeitige Versorgung der Pannenreaktoren in Belgien, Frankreich und anderswo mit angereichertem Uran und Brennelementen aus Deutschland passen nicht zusammen. So bliebe die Bundesrepublik auch nach dem Ausstieg im eigenen Land direkt am Betrieb dieser Atomkraftwerke beteiligt.

weiterlesen:

  • Streit um Brennstoff-Exporte eskaliert
    13.08.2018 - Nachdem die Atomexporte von AKW-Brennstoff aus Deutschland in alle Welt heftig unter öffentlichen Druck geraten sind, hat Framatome, Betreiberin der Brennelementefabrik in Lingen, Behörden und Politik rechtliche Schritte angedroht. Atomkraftgegner*innen mobilisieren kurzfristig zu Protesten.

  • Gutachten: Atomfabriken Gronau und Lingen dürfen stillgelegt werden
    17.11.2017 - Laut neuer Rechtsgutachten im Auftrag der scheidenden Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) wäre die Stilllegung der AKW-Brennstoff-Fabriken in Gronau und Lingen nicht verfassungswidrig. Bislang sind die Anlagen vom "Atomausstieg" ausgeklammert. Wegen des Zeitpunkts für die Veröffentlichung der Gutachten ist Hendricks aber aus der Verantwortung. Atomkraftgegner*innen fordern nun Taten von der kommenden Regierungskoalition.

Quellen (Auszug): bi-luechow-dannenberg.de, bbu-online.de; 16.10.2018

Jan Becker

Jan Becker hat jahrelang die Webseite www.contrAtom.de betrieben und täglich aktuelle Beiträge zur Atompolitik verfasst. Seit November 2014 schreibt der studierte Umweltwissenschaftler für .ausgestrahlt. Jan lebt mit seiner Familie im Wendland. Mit dem Protest gegen regelmäßig durch seine Heimatstadt Buchholz i.d.N. rollende Atommülltransporte begann sein Engagement gegen Atomenergie, es folgten die Teilnahme und Organisation zahlreicher Aktionen und Demonstrationen.

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