Bagger in der Asse bei Abladung von Atommüllfässern
Foto: Helmholtzzentrum München

Atommüll – Strahlendes Erbe

Beim Betrieb von Atomkraftwerken entsteht täglich hochgiftiger, radioaktiver Abfall, der etwa eine Million Jahre sicher verwahrt werden muss. Tatsächlich ist noch kein einziges Gramm davon schadlos „entsorgt“.

Allein in Deutschland liegen Hunderttausende Tonnen Atommüll in unsicheren Zwischenlager-Hallen und Kavernen, gefährlichen Abklingbecken oder einsturzgefährdeten ehemaligen Salzbergwerken. Ein kleinerer Teil landete (und landet immer noch) mit Abluft und Abwasser der Atomanlagen direkt und nicht rückholbar in der Umwelt.

Alle bisherigen Versuche, einen sicheren Ort zur dauerhaften Lagerung des Strahlenmülls (sog. „Endlager“, » siehe auch "Wortklaubereien" ) zu finden, sind gescheitert: Die Atommüllkippe Asse II, ein altes Salzbergwerk, ist einsturzgefährdet und säuft ab; der ganze Müll muss wieder raus. In Morsleben, dem ostdeutschen Pendant, sieht es nicht viel besser aus. Auch in die ehemalige Eisenerzgrube „Schacht Konrad“, die derzeit zum Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle ausgebaut wird, dringt bereits Wasser ein. Der Salzstock Gorleben, seit den 1970ern als mögliche Lagerstätte für hochradioaktive Abfälle „erkundet“, ist von Rissen und Klüften durchzogen und hat ebenfalls direkten Grundwasserkontakt. Und die immer wieder ins Spiel gebrachte Umwandlung des Atommülls in weniger lang strahlende Nuklide („Transmutation“), ist in der Praxis schon aus physikalischen Gründen eine Illusion.
Den jahrzehntelangen Atommüll-Konflikt wird auch die vom Bundestag eingesetzte Atommüll-Kommission nicht lösen. Denn ein gesellschaftlicher Konsens über den Umgang mit den strahlenden Hinterlassenschaften ist nicht in Sicht. Klar ist nur, dass die Lagerung des Strahlenmülls viele Milliarden Euro verschlingen wird – weit mehr, als die AKW-Betreiber dafür an Rückstellungen gebildet haben. Zahlen die Betreiber nicht, muss die Allgemeinheit für die Atommüll-Kosten aufkommen.