.ausgestrahlt-Blog

23.06.2016 | von Jan Becker

Es brennt im Atomkraftwerk

Im norddeutschen Atomkraftwerk Brokdorf und im bayerischen AKW Gundremmingen hat es in den vergangenen Tagen gebrannt. Die Betreiber geben in beiden Fällen Entwarnung: Es habe keine Gefahr bestanden.

Protest vor dem AKW Brokdorf
Foto: publixviewing.de

Der Vorfall in Gundremmingen liegt schon mehr als eine Woche zurück: Im Technologiezentrum habe es einen Schwelbrand in einem Fass mit flüssigem schwachradioaktiven Abfall aus dem Betrieb der Anlage gegeben, berichtet der Betreiber RWE. Nach Abschluss des Trocknungsvorgangs sei das Fass „einer Sichtprüfung unterzogen“ worden, danach blieb es für eine weiteren Bearbeitung geöffnet. Später habe dann die Brandmeldeanlage angeschlagen, offenbar hat sich der Inhalt des Fasses selbst entzündet. Die Werkfeuerwehr löschte den Brand, dessen Ursache auch Tage nach dem Ereignis noch unklar war.

Das Technologiezentrum befindet sich in separaten Gebäuden des schon lange stillgelegten Block A. Hier werden schwach- und mittelradioaktive Abfälle für die Überführung in ein Atommülllager vorbehandelt.

Pumpe im AKW Brokdorf brennt

Ein weiteres meldepflichtiges Feuer hat sich auf dem Außengelände des norddeutschen AKW Brokdorf ereignet. Das Kraftwerk ist zur Zeit für die jährliche Revision abgeschaltet. Mit einer mobilen Feuerlöschpumpe wurde vor dem Notspeisegebäude das Notspeisebecken entleert. Laut Betreiber Eon seien in der Nacht auf den 20. Juni an dieser Pumpe „wenige Liter Benzin verbrannt“, die Werkfeuerwehr habe mit Wasser aus einem Feuerwehrfahrzeug gelöscht.

Angaben zur Ursache des Feuers macht Eon nicht. Es habe aber „keinerlei Gefahr“ bestanden.

weiterlesen:

  • „Niemand spricht das deutlich genug aus“
    30.03.2016 - Gregory Jaczko, ehemaliger Chef der US-Atomaufsicht, über AKW-Unfälle, die Grenzen der Atomaufsicht und das große Missverständnis beim Wort „Sicherheit“.

  • 20 bis 30kg Metallschrott im Kühlwasser des AKW Grohnde
    25.05.2016 - Der unplanmäßige Stilllstand im niedersächsischen Atomkraftwerk Grohnde dauert weiter an. AtomkraftgegnerInnen wollen nun die Forderung unterstreichen, dass der Meiler nicht wieder ans Netz gehen darf.

  • AKW Gundremmingen: Laufzeitverlängerung für die gefährlichsten Reaktoren
    12.06.2015 - Durch die Übertragung von Strommengen aus bereits stillgelegten Atomkraftwerken auf das bayerische AKW Gundremmingen ist dessen Weiterbetrieb gesichert worden. Eigentlich wäre die Betriebserlaubnis im kommenden Jahr erloschen. Denn es handelt sich um das „gefährlichste AKW Deutschlands“.

Quellen (Auszug): eon-kernkraft.com, augsburger-allgemeine.de; 17./21.6.2016

Jan Becker

Jan Becker hat jahrelang die Webseite www.contrAtom.de betrieben und täglich aktuelle Beiträge zur Atompolitik verfasst. Seit November 2014 schreibt der studierte Umweltwissenschaftler für .ausgestrahlt. Jan lebt mit seiner Familie im Wendland. Mit dem Protest gegen regelmäßig durch seine Heimatstadt Buchholz i.d.N. rollende Atommülltransporte begann sein Engagement gegen Atomenergie, es folgten die Teilnahme und Organisation zahlreicher Aktionen und Demonstrationen.

« zurück