.ausgestrahlt-Blog

11.09.2017 | von Jan Becker

Demo in Lingen: Deutsche Unterstützung für Tihange und Doel stoppen!

Die Bundesregierung muss die Lieferung von deutschem Brennstoff in die Pannenmeiler sofort unterbinden! Mehrere Hundert Menschen haben am Sonnabend im niedersächsischen Lingen gegen die dortige Atomfabrik und für die Stilllegung der Atomkraftwerke in Deutschland und Belgien demonstriert.

Die Forderungen richten sich zwei Wochen vor der Bundestagswahl an die Bundesregierung sowie an die  Landesregierungen in Niedersachsen und NRW, "aber auch an die Parteien, die zur Bundestagswahl kandidieren", betonen die Veranstalter*innen. In mehreren Redebeiträgen wurde vor allem kritisiert, dass trotz des offiziell verkündeten Atomausstiegs die Fabriken zur Aufarbeitung des atomaren Brennstoffs in Lingen und dem westfälischen Gronau unbefristet weiter arbeiten dürfen. Insbesondere die Brennelementefabrik in Lingen ist "ein Drehkreuz der internationalen Atomindustrie".

Niger: U.a. Herkunft des Urans aus Lingen
Foto: Gunter Wippel / uranium-network.org Niger: U.a. Herkunft des Urans aus Lingen

Besonders markant war der Auftritt von Gästen aus Afrika. Almoustapha Alhacen aus dem Niger wies darauf hin, dass das in Lingen und Gronau verarbeitete Uran unter anderem aus dem Land seiner Herkunft stammt. Dort leiden die Menschen unter der Umweltverschmutzung, Gesundheitsgefährdung und Vertreibung, die mit dem Uranabbau verknüpft sind. Die Aktivisten betonen, dass sie ihre Zusammenarbeit mit der deutschen Anti-Atom-Bewegung künftig noch stärken wollen, "um den Uranbergbau und die Atomkraft zum Erliegen bringen".

weiterlesen:

  • Brennelementelieferung nach Tihange gebilligt
    29.03.2017 - Die Brennelementefabrik in Lingen beliefert mit Billigung des Bundesumweltministeriums seit Anfang März erstmals auch den aus Sicherheitsgründen heftig umstrittenen belgischen Pannenreaktor Tihange 2 mit Brennelementen. Atomkraftgegner*innen fordern umgehende Konsequenzen.

  • Gutachten: Exportverbot für Brennelemente aus Lingen möglich
    25.07.2016 - Mit einem Rechtsgutachten belegen AtomkraftgegnerInnen, dass ein Exportstopp von AKW-Brennstoff aus der Brennelemente-Fabrik in Lingen (Emsland) möglich ist. Mehr noch: Bestehende Ausfuhrgenehmigungen für die Meiler Cattenom, Fessenheim oder Doel könnten aus „Vorsorgegründen“ widerrufen werden.

  • Hintergrund: Der schmutzige Atom-Brennstoff
    Die angeblich „saubere“ Atomenergie erzeugt schon am Anfang einen gigantischen Haufen strahlenden Mülls: radioaktiver, giftiger Schlamm, der das Grundwasser bedroht, die Luft verseucht, die Bevölkerung verstrahlt. Die angeblich „umweltfreundliche“ Atomenergie hinterlässt schon vor Produktion der ersten Kilowattstunde „National Sacrifice Areas“, Opferzonen, die radioaktiven Mondlandschaften gleichen.

Jan Becker

Jan Becker hat jahrelang die Webseite www.contrAtom.de betrieben und täglich aktuelle Beiträge zur Atompolitik verfasst. Seit November 2014 schreibt der studierte Umweltwissenschaftler für .ausgestrahlt. Jan lebt mit seiner Familie im Wendland. Mit dem Protest gegen regelmäßig durch seine Heimatstadt Buchholz i.d.N. rollende Atommülltransporte begann sein Engagement gegen Atomenergie, es folgten die Teilnahme und Organisation zahlreicher Aktionen und Demonstrationen.

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