Uranmine in Australien
Foto: Alberto Otero García

Uran – der dreckige Atombrennstoff

Für Atomstrom braucht man Uran, ein radioaktives Schwermetall. Das zu fördern und für Atomkraftwerke aufzubereiten ist ein äußerst dreckiges Geschäft, das massive Umwelt- und Gesundheitsschäden verursacht.

Beim Uranbergbau gelangen radioaktive und giftige Stoffe, die sonst im Untergrund gebunden sind, in großer Menge in die Biosphäre – vor allem über strahlende Abraumhalden sowie die sogenannten Tailings: mit radioaktiven Stoffen, Schwermetallen und anderen Giften belastete riesige Schlammseen, die bei der Aufbereitung des Uranerzes anfallen. Beim In-Situ-Leaching (ISL), der zweiten Methode, Uran abzubauen, werden große Mengen Säure oder Lauge in den Untergrund gepresst, um das Uran und andere Stoffe aus dem Gestein zu lösen. Das Fracking-ähnliche Verfahren vergiftet weiträumig Grundwasser und Boden. Durch die Urangewinnung zerstörte Landschaften lassen sich gar nicht oder nur mit massivem Aufwand notdürftig sanieren.

Zum Einsatz als AKW-Brennstoff muss das Uran angereichert werden. Dazu wird es in hochgiftiges Uranhexafluorid (UF6) umgewandelt, das in Verbindung mit Luftfeuchtigkeit zu stark ätzender Flusssäure reagiert. Eingeatmet genügen Bruchteile eines Gramms, um die Lunge zu zerfressen. Lagerung, Transport und Verarbeitung stellen eine große Gefahr dar.

Die Uranvorräte der Erde sind endlich. Lohnenswerte und gut zugängliche Lagerstätten sind weltweit erschöpft. Die Uranproduktion kann den Uranverbrauch schon heute nicht mehr decken. Viele Uranvorkommen befinden sich in politisch instabilen Regionen. Häufig liegen sie auch auf dem Gebiet indigener Bevölkerungsgruppen; der Uranabbau zerstört ihre Lebensgrundlagen, vergiftet ihr Wasser und verseucht ihr Land.

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