640x320px_2016_Fukushima_mahnt2.jpg

Nie wieder Super-GAU! – Aktionen zum Jahrestag

Am 11. März 2011, 25 Jahre nach der Explosion von Tschernobyl, beginnt im japanischen AKW Fukushima Daiichi ein weiterer Super-GAU. Die Atomkatastrophe dauert bis heute an, mit gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen von immensem Ausmaß.

.ausgestrahlt ruft zu bundesweiten Mahnwachen auf und unterstützt Deine Aktivitäten mit Infomaterial und Organisations-Knowhow!

Sieben Jahre Atomkatastrophe Fukushima

„Viele wollen nicht zurück“ 

masao_interview.jpg

Interview | Fukumoto Masao, Journalist, über die Dekontaminationsversuche der Regierung in der Sperrzone um Fukushima und über Evakuierte, die nicht zurückkehren wollen

Herr Fukumoto, sind in Fukushima nun alle gegen Atomkraft? 
Einige sind sehr engagiert. Andere hingegen wollen einfach alles wieder so machen wie früher. Wenn man in Fukushima-City, etwa 70 Kilometer nördöstlich der havarierten Reaktoren, vor dem Bahnhof steht, bemerkt man erst mal gar nichts von der Katastrophe. Da ist Normalität eingekehrt. Viele hier wollen auch vermeiden, dass man über die Gefahren spricht. Aber man sieht Messstellen, die es vorher nicht gab. Man muss immer noch auf Radioaktivität achten. Und frühmorgens auf dem Weg in die Stadt habe ich gesehen, dass auch hier noch dekontaminiert wird. 

Die eigentliche Sperrzone nach dem Super-GAU reichte nur 20 Kilometer um das AKW. Mehr als 150.000 Menschen mussten damals ihre Häuser verlassen. Wie viele davon sind sieben Jahre später schon zurückgekehrt? 
Schwer zu sagen. Nehmen wir Minamisōma, nördlich des AKW. Diese Stadt war dreigeteilt: Der südliche Stadtbezirk Odaka lag in der Sperrzone, da mussten alle fliehen. In dem angrenzenden Bezirk war die Evakuierung nur empfohlen. Und der nördliche war offiziell gar nicht betroffen. Die Sperrzone in Odaka wurde im Juni 2016 aufgehoben. In dem einen Jahr seither sind von den ehemals 13.000 Einwohner*innen nur circa 2.000 zurückgekehrt. 

Wo sind die übrigen 11.000? 
Keiner weiß es. Es ging hier ja nicht um eine Evakuierung von ein paar Wochen Dauer – die Menschen konnten jahrelang nicht mehr nach Hause! Die wohnten erst in Notunterkünften, dann in provisorischen Bauten. Irgendwann suchen Sie sich dann etwas anderes. Ob sie überhaupt je zurückkommen, ist unklar. 

Was ändert sich für sie, wenn die Regierung die Sperrzone in ihrem Heimatort aufhebt? 
Dann zählen sie nur noch als freiwillig Evakuierte und erhalten nach einem Jahr keine Entschädigung mehr. 

Ein ökonomischer Druck, zurückzukehren. 
Ja. Aber viele haben vielleicht inzwischen an ihrem neuen Wohnort auch eine Arbeit gefunden. In der ehemaligen Sperrzone hingegen gibt es keine Jobs. Da müsste man erst einmal wieder welche schaffen oder Firmen ansiedeln. Und vor allem die Jüngeren, vor allem die mit Kindern, wollen überhaupt nicht zurück. Zurückgekehrt sind fast ausschließlich alte Leute. 

Kann man denn einfach wieder einziehen in das Haus, das man vor dem Super-GAU bewohnt hat?  
Nein, das geht nicht. Dekontaminiert wurde ja nur außen. Aber Möbel, Vorhänge, das ganze Inventar, das ist auch alles radioaktiv verseucht. Das müssen sie alles erst einmal entsorgen! 

Das fliegt alles auf den Müll? 
Nicht nur das. Ich war in so einem sanierten Haus: Wandverkleidung, Fußbodenbeläge – da war alles neu. Nur die Stützen waren stehengeblieben. Der Besitzer war Strahlenschutzbeauftragter eines Unternehmens, der kannte sich ein bisschen aus. Wenn er das Messgerät nach oben halte, sagte er, stiegen die Strahlenwerte: weil noch immer radioaktive Stoffe in der Decke drin sind. Das ist alles nicht so einfach. Und weil jahrelang niemand darin gewohnt hat, ist in den Häusern zudem viel Ungeziefer – auch nicht so schön … 

Etliche Häuser werden auch abgerissen, … 
… meist ohne ausreichenden Strahlenschutz! Das machen einfache Bauarbeiter, die davon keine Ahnung haben. 

Gibt es Schulen, Kitas?
Ja, die haben sie alle renoviert. Aber es gibt keine Kinder. Sie hoffen nun, dass Schüler*innen aus den nicht evakuierten Gebieten kommen. Die Regierung ignoriert die Radioaktivität einfach. Sie sagt, das sei alles sicher. Aber wer kleine Kinder hat, der hat Angst. Die Strahlenwerte sind ja auch nur in der Siedlung selbst reduziert. Je näher man der Natur kommt, desto höher werden sie. 
Ich kenne ein Ehepaar in Fukushima-City, da will der Mann zurück, die Frau nicht. Um ihr ehemaliges Haus in der Sperrzone herum wurde 20 Meter weit dekontaminiert, also das Erdreich abgetragen, die Mauern abgekratzt und so weiter. So eine Dekontamination eines Hauses kostet etwa 100.000 Euro. Aber wenn der nächste Sturm kommt, ist alles wieder voll mit radioaktivem Staub. Das Haus steht am Fuß des Gebirges, welches man gar nicht dekontaminieren kann. Wenn man das Messgerät in Richtung Gebirge hält, klettert es auf 10 Mikrosievert pro Stunde. 

… das Zehn- bis Hundertfache der natürlichen Strahlenbelastung in Deutschland. 
Die müssten eigentlich Bleifolie an die Wand kleben. Und jeder Wind bläst kontaminiertes Laub und anderes von den Hügeln runter …  

Wie ist es um den sozialen Frieden bestellt? 
Schwierig. Wenn man wegziehen musste, bekam man Entschädigung. Wohnte man hundert Meter weiter, außerhalb der Sperrzone, zählte man nur als freiwillig Evakuierter und bekam kein Geld. Das schürt Neid. Das erwähnte Ehepaar etwa, wenn das jetzt in sein altes, wieder freigegebenes Haus zurückkehren will, dann sagt ihr jetziger Vermieter: Ihr habt viel Geld, also müsst ihr für die Räumung eurer zwischenzeitlich genutzten Wohnung viel Geld bezahlen.  
Ich kenne auch einen Bauern, dessen Betrieb in der Zone liegt. Der kämpft energisch darum, auch für seine Tiere Entschädigung zu bekommen. Kriegt er dann 7.500 Euro pro Kuh, werden alle anderen neidisch. In der ganzen Präfektur, sagt seine Frau, habe man jetzt gesellschaftliche Konflikte. 

Waren Sie auch in der Sperrzone selbst?
2015 bin ich mal durchgefahren, die Straße von Norden nach Süden ist freigegeben. An jeder Kreuzung steht ein Wachmann und passt auf, dass niemand ohne Genehmigung abbiegt. Sonst sieht man niemanden. Und an allen Hauseingängen sind Gitter, gegen Diebstahl. 

Wie hoch ist die Strahlung?
Auf der Straße selbst nicht so hoch. Aber an manchen Stellen sind Radioaktivitäts-Anzeigen angebracht, die sehr hohe Werte zeigen – wenn der Messpunkt neben der Straße liegt. Drei, vier Mikrosievert pro Stunde, das ist ziemlich viel. Und das zehn Kilometer vom AKW entfernt! 
Damals war ich auch in einer gerade zur Rückkehr freigegebenen Stadt, Naraha, südlich des AKW. Es war die zweite oder dritte freigegeben Ortschaft überhaupt. Das war gruselig, weil man dort fast keine Menschen sah. Die Messstelle am Rathaus zeigte 0,4 Mikrosievert pro Stunde – nicht wenig, aber noch erlaubt. Man hat versucht, für die Rückkehrenden was zu machen, hat provisorische Restaurants und Läden gebaut. Aber die werden überwiegend bloß von Dekontaminiationsarbeiter*innen oder welchen aus dem AKW besucht. Einheimische sind so gut wie keine zurückgekommen. 

Was ist die Ziel der Regierung? 
Sie will bis 2020, spätestens 2023 die gesamte Sperrzone wieder freigeben. Zu den Olympischen Spielen 2020 sollen Wettkämpfe in Fukushima stattfinden! 

Würde man rings um Fukushima jetzt eine Umfrage machen: „Für oder gegen Atomkraft?“ Wieviel Prozent wären dagegen? 
In ganz Japan ist eine kleine, aber eindeutige Mehrheit gegen Atomenergie. In Fukushima sind es etwas mehr. 

War das vor der Katastrophe auch schon so? 
Nein. Die AKW-Standorte haben unglaublich viel Geld bekommen. Die Mehrheit dort, vor allem aber die Politiker*innen, waren daher immer für die AKW. Und selbst wenn die Mehrheit der Bevölkerung gegen Atomkraft ist, so wählt sie doch Parteien, die für Atomkraft sind – auch heute noch. 

2011 gab es auch in Japan große Anti-Atom-Demos. 
Für japanische Verhältnisse sind sie noch immer ziemlich groß. Aber das Interesse nimmt ab. 

Was hat Sie am meisten erstaunt bei Ihrem Besuch in Minamisōma im Sommer? 
Wie aktiv einige Leute dort sind. Eine Initiative, die eine Messstelle betreibt, baut mit einem Landwirt zusammen Raps an – auf Feldern, auf denen wegen der radioaktiven Kontamination kein Reisanbau mehr möglich ist. Das sind alles alte Leute, die das machen. Aber sie haben extra eine Maschine gekauft, mit der sie den Raps ernten, und lassen dann Öl, Dressing und Majo daraus herstellen; künftig wollen sie auch das selbst übernehmen. 

Sind diese Produkte nicht auch kontaminiert? 
Die Radioaktivität bleibt in den Rückständen. Das haben sie von Tschernobyl gelernt. 

Interview: Armin Simon

____________________________________________________________________

Fukumoto Masao
Fukumoto Masao, 60, lebt als freier Journalist in Berlin. Der frühere Einkäufer eines japanischen Unternehmens in der DDR arbeitet heute vor allem für japanische Medien. Er beschäftigt sich viel mit Atomkraft, eines seiner Bücher behandelt die radioaktive Kontamination Deutschlands durch Tschernobyl. Mehrfach hat er in den vergangenen Jahren die Gegend um Fukushima besucht, zuletzt im Sommer 2017. Über seine Erfahrungen in Fukushima berichtet er auch in der Zeitschrift „Strahlentelex“

___________________________________________________________________

4
Von den 54 Reaktoren, die vor dem Super-GAU in Japan Strom erzeugten, sind sieben Jahre später ganze vier wieder am Netz. Ein fünfter, im August 2016 wieder gestarteter Reaktor musste nach einem Gerichtsbeschluss im Dezember 2017 wieder vom Netz. Die Richter stuften die Risikoeinschätzung der Atomaufsichtsbehörde als unzureichend ein und warfen dieser „irrationales“ Handeln vor. 

26
Die Neuerkrankungsrate von Kindern und Jugendlichen an Schilddrüsenkrebs in der Präfektur Fukushima ist etwa 26 mal so hoch wie im Landesdurchschnitt. Allein von April 2014 bis März 2016 sind 49 zuvor gesunde Kinder neu an Schilddrüsenkrebs erkrankt. Statistisch zu erwarten gewesen wäre gut eine Neuerkrankung pro Jahr. Insgesamt sind bei dem in Folge des Super-GAU eingeführten Screening in der Präfektur bisher 191 Schilddrüsenkrebsfälle bei Kindern und Jugendlichen entdeckt worden. 

5.000
Nach Angaben des AKW-Betreibers Tepco sind jeden Werktag im Schnitt mehr als 5.000 Arbeiter*innen auf dem AKW-Gelände mit Sicherungs- und Aufräumarbeiten beschäftigt. Alle drei Reaktoren, in denen es 2011 zur Kernschmelze kam, müssen weiterhin gekühlt werden; wie es in ihrem Innern aussieht, ist nur rudimentär bekannt. In allen dreien lagern zudem auch in den nahezu ungeschützten Brennelementlagerbecken noch Brennelemente; lediglich das Becken von Block 4 konnte bisher geräumt werden. 


Überregionale Demos zum Jahrestag 2018







Fragen und Antworten

broschuere-teaser-tschernobyl-fukushima.jpg

Untenstehendes FAQ stammt aus der Broschüre "Tschernobyl und Fukushima" (.ausgestrahlt und IPPNW - Januar 2016).

PDF zum Download  im Shop bestellen

  • Führte das Erdbeben oder der Tsunami zu den Kernschmelzen?

    Schon das Erdbeben verursachte so große Schäden an den Reaktoren, dass eine Kernschmelze nicht mehr zu verhindern war. Sicherheitssysteme, die trotz Tsunami noch hätten helfen können, fielen aus ungeklärten Gründen aus, Notfallmaßnahmen kamen zu spät. Der Tsunami selbst verschlimmerte die Situation bloß noch.1

    1IPPNW, Fukushima: Tsunami-Legende, März 2012

  • Zeitweise galt das Abklingbecken in Block 4 als größtes Problem. Warum?

    In dem Becken lagerten 1.535 hochradioaktive, abgebrannte Brennelemente, darunter etliche aus besonders plutoniumhaltigem MOX-Brennstoff. Wie in Siedewasserreaktoren üblich, liegt das Becken außerhalb des Sicherheitsbehälters. Am 15. März zerstörte eine Explosion die Gebäudehülle. Experten fürchteten, dass Becken und Brennstäbe beschädigt seien, dass Wasser ablaufen und dass die Brennstäbe sich erhitzen könnten; selbst AKW-Betreiber TEPCO hielt eine nukleare Kettenreaktion im Abklingbecken für möglich. In allen Fällen wären enorme Mengen radioaktiver Stoffe in die Umwelt gelangt. Das Becken konnte schließlich behelfsmäßig mit Wasser bespeist und stabilisiert werden. Ende 2014 wurden die letzten Brennstäbe entfernt.

  • Wie viel Radioaktivität gelangte in Folge des Unfalls in die Umwelt?

    Schätzungen gehen von 12 bis 53 Petabecquerel (PBq, =Billiarden Becquerel) Cäsium 137 und 150-160 PBq Jod 131 aus, die in Fukushima in die Luft freigesetzt wurden.1 Weil in den ersten Wochen der Atomkatastrophe von Fukushima der Wind meistens nach Osten blies, landeten vier Fünftel (79 %) dieser Emissionen über dem Pazifik, nur ein knappes Fünftel (19 %) über Japan, die restlichen 2 % verteilen sich auf andere Länder.2

    Die direkte radioaktive Kontamination des Pazifiks schätzen die Vereinten Nationen auf 9 PBq Cäsium 137 und 68 PBq Jod 131 allein im Zeitraum 12.03.–30.04.2011; bezüglich der Emissionen davor und danach gibt es keine offiziellen Angaben und keine Studien. TEPCO gab im August 2014 allerdings zu, dass bis zu diesem Zeitpunkt pro Tag 225 Gigabecquerel (Gbq, =Milliarden Becquerel) Cäsium 137 sowie etwa 140 GBq Strontium 90 ins Meer geflossen waren.3 Die Atomkatastrophe von Fukushima stellt bereits jetzt die größte je gemessene singuläre radioaktive Verseuchung der Weltmeere dar.4,5,6

    1Sadiq, An overview of current knowledge concerning the health and environmental consequences of the Fukushima Daiichi Nuclear Power Plant (FDNPP) accident, 2015

    2Stohl, Xenon-133 and caesium-137 releases into the atmosphere from the Fukushima Dai-ichi nuclear power plant, 2012

    3TEPCO, The resulting (and projected) effects brought by purificatioon and drainage of pumped underground water, 25. August 2014

    4IRSN, Synthèse actualisée des connaissances relatives à l’impact sur le milieu marin des rejets radioactifs du site nucléaire accidenté de Fukushima Dai-ichi, 26. Oktober 2011

    5Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI), Researchers Assess Radioactivity Released to the Ocean from the Fukushima Daiichi Nuclear Power Facility, 6. Dezember 2011

    6IAEA, Worldwide marine radioactivity studies, Radionuclide levels in oceans and seas, 2005

  • Wie reagierten TEPCO und die Regierung auf die Katastrophe?

    Das Krisenmanagement und die Information der Öffentlichkeit war katastrophal und verschlimmerte die Auswirkungen des Unfalls in vielen Fällen, anstatt sie zu begrenzen. So ordnete die Regierung zwar Evakuierungen im nahen Umkreis des Unfall-AKWs an, hielt die eigenen Berechnungen, wo der radioaktive Fallout niedergehen würde, aber zurück. Evakuierte flohen daher zum Teil in Gebiete, die kurz darauf weit stärker radioaktiv kontaminiert wurden als die Gegend, aus der sie geflohen waren. Viele ebenfalls hoch belastete Gebiete wurden gar nicht oder zu spät evakuiert. Jodtabletten, die, rechtzeitig eingenommen, die Belastung der Schilddrüse mit radioaktivem Jod hätten vermindern können, wurden nur an rund 2.000 EvakuierungshelferInnen ausgegeben, nicht aber an die normale Bevölkerung. Tausende von Kindern haben deshalb nun ein massiv erhöhtes Risiko, an Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Und anstatt alles zu tun, um die radioaktive Belastung der Bevölkerung dauerhaft so gering wie möglich zu halten, erhöhte die Regierung am 19. April 2011, fünf Wochen nach Beginn der Katastrophe, die Dosisgrenzwerte um das 20-Fache: Statt zuvor 1 Millisievert pro Jahr sollte für Kinder wie Erwachsene eine jährliche Belastung von bis zu 20 Millisievert zulässig sein. De facto zwingt dies Hunderttausende, in eigentlich kontaminierten Gebieten zu leben.1 Das Erziehungsministerium entschied, Schulen in der Provinz Fukushima auch ohne Klimaanlage wieder zu öffnen; radioaktiver Staub, der immer wieder auftritt, gelangt so durch die geöffneten Fenster bis in die Klassenzimmer.2 Und in den Schulkantinen kommt auf Anordnung der Behörden sogar Reis aus Fukushima auf den Tisch.3

    TEPCO wiederum wollte am vierten Tag der Katastrophe sogar alle Versuche, die Reaktoren doch wieder zu kühlen, einstellen und die gesamte Atomanlage einfach sich selbst überlassen. Nur eine massive persönliche Intervention des Premierministers verhinderte dies.4

    „Die Regierung und die Aufsichtsbehörde haben nicht dafür gesorgt, die Gesundheit der Anwohner zu schützen und ihr Wohl wiederherzustellen“, hielt die Untersuchungskommission des japanischen Parlaments zu dem Atomunfall fest.5

    1MEXT, Notification of interim policy regarding decisions on whether to utilize school buildings and outdoor areas within Fukushima Prefecture, 19. April 2011

    2New York Times, 25. Mai 2011

    3Human Rights Now, Investigative Report on Fukushima City and Koriyama City Fact-finding mission conducted on November 26 and 27, 2011 (S. 19), Dezember 2011

    4Spiegel Online, 9. Oktober 2015

    5NAIIC, The official report of The Fukushima Nuclear Accident Independent Investigation Commission (NAIIC) of the National Diet of Japan Executive Report, 5. Juli 2012 (S. 18 19)

  • Was wäre passiert, wenn der Wind gedreht hätte?

    Dann wäre weit mehr radioaktiver Niederschlag über dem Festland heruntergekommen und weit größere Gebiete wären kontaminiert worden. Tatsächlich wehte der Wind während der ersten Wochen der Katastrophe die meiste Zeit aufs Meer hinaus. Nur rund 19 Prozent der in die Luft abgegebenen Radioaktivität landeten deshalb in Japan. Bei Ostwind hingegen wäre das Land vermutlich durch einen radioaktiv verseuchten Streifen in der Mitte zweigeteilt worden. Und dass der Großraum Tokio mit seinen rund 50 Millionen EinwohnerInnen nicht evakuiert werden musste, war pures Glück: Als die schlimmste Wolke über ihn zog, regnete es dort nicht. Andernfalls, so urteilte der damalige japanische Premierminister Naoto Kan im Nachhinein, „hätte das den Kollaps unseres Landes bedeutet“.1

    1Spiegel Online, 9. Oktober 2015

  • Welche Folgen hat die Atomkatastrophe für die Bevölkerung in der Region?

    Rund 200.000 Menschen mussten nach Angaben der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) wegen der Atomkatastrophe ihre Heimat verlassen, oftmals binnen weniger Stunden und nur mit den allernötigsten Sachen.1 Sie verloren Haus, Heimat, Hab und Gut, Arbeitsplatz und sozialen Kontext, bisweilen sogar ihre Existenzgrundlage. Viele leben noch fünf Jahre später in Notunterkünften und provisorischen Containersiedlungen; die psychische Belastung ist groß. Wann und ob sie überhaupt je zurückkehren können, ist oftmals unklar: Selbst nach offiziellen Angaben werden manche Gebiete auf Dauer unbewohnbar bleiben.

    Erklärt die Regierung ein Gebiet hingegen für gesäubert und hebt die Evakuierungsanordnung auf, verlieren die Evakuierten ihr Anrecht auf finanzielle Unterstützung. Schon aus ökonomischen Gründen sind daher viele gezwungen, zurückzukehren, auch wenn die angebliche „Dekontamination“ ihrer Heimat nur sehr unzureichend ist und die Strahlenwerte dort nach wie vor hoch sind.

    Dies gilt erst Recht für all die Regionen, die zwar Fallout abbekommen haben, aber offiziell nicht als nennenswert kontaminiert zählen. Wer hier wohnt, hat nur die Wahl, trotz Strahlung zu bleiben oder auf eigene Faust und (finanzielles) Risiko wegzuziehen. Unzählige Familien hat der Atomunfall deshalb bereits entzweigerissen: Damit zumindest die Kinder in möglichst unverstrahlter Umgebung aufwachsen können, lebt ein Elternteil mit ihnen woanders; der andere bleibt zurück, um seinen Job nicht zu verlieren.

    Welche Gesundheitsschäden aufgrund der radioaktiven Belastung noch auftreten werden, lässt sich bisher allenfalls statistisch prognostizieren – die Ärzte der IPPNW gehen von mehreren Zehntausend zusätzlichen Krebserkrankungen sowie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in vermutlich gleicher Höhe im Laufe der kommenden Jahrzehnte in Japan aus.2 Was den Betroffenen aus den kontaminierten Gebieten bleibt, ist die ständige Unsicherheit und Angst: vor Hotspots, radioaktivem Staub, verstrahlten Nahrungsmitteln und einer ungewissen Zukunft.

    1IAEA, Fukushima Nuclear Accident Update, 12. März 2011

    2IPPNW, Critical Analysis of the UNSCEAR Report „Levels and effects of radiation exposure due to the nuclear accident after the 2011 Great East-Japan Earthquake an tsunami“, 5. Juni 2014

  • Wie läuft die sogenannte Dekontamination der radioaktiv verseuchten Gebiete ab?

    Sogenannte Dekontaminierungstrupps spritzen die Dächer, Fassaden und Straßen ab, kratzen kontaminierten Staub aus Winkeln und Fugen, stutzen alle Pflanzen drastisch ein, um die kontaminierte Biomasse zu entfernen, tragen in Grünanlagen, Gärten, auf Wiesen und Äckern die obere Erdschicht ab. Bisweilen sichern sie den nackten Boden notdürftig mit Netzen gegen Erosion. Broschüren raten Hausbesitzern, hartnäckigen Fallout im Zweifel mit Backpulver und Essig anzugehen. Der Erfolg der immens aufwändigen Maßnahmen ist indes mäßig: Schon der nächste Regen, Sturm, Waldbrand, Flut, Pollenflug oder schlicht die Dekontaminationsarbeiten nebenan können erneut radioaktive Stoffe herbeitragen – und alles ist aufs Neue verseucht.

    Um den Erfolg der Arbeiten zu dokumentieren und die Bevölkerung zu beunruhigen, stellt die Regierung überall Strahlenmessstationen mit großen Leuchtanzeigen auf. Dass deren Anzeige mit der Realität wenig zu tun hat, ist inzwischen ein offenes Geheimnis: Die Messstellen stehen weit über dem Boden, der zudem zuvor großflächig abgetragen und mit einem massiven, strahlenabschirmenden Fundament aus Beton und Stahl abgedeckt wird. Bleiakkus schirmen die Messgeräte zusätzlich ab. Messungen unabhängiger Organisationen kommen an denselben Orten in der Regel auf deutlich höhere Strahlungswerte. Kein Wunder, dass kaum jemand den offiziellen Angaben noch traut.

  • Hat die Atomkatastrophe auch außerhalb der evakuierten Gebiete Folgen?

    Ja, denn die radioaktive Kontamination reicht weit über die evakuierten Gebiete hinaus. Mindestens 8 Prozent der Landesfläche beziehungsweise 30.000 Quadratkilometer sind nach Angaben des japanischen Wissenschaftsministeriums mit mehr als 10.000 Becquerel Cäsium 137 pro Quadratmeter verseucht; die Zone erstreckt sich vom AKW bis zu 300 Kilometer weit ins Land.1 Auch Menschen, die weit außerhalb der Evakuierungszone wohnen, werden über Jahrzehnte mit einer erhöhten Strahlenbelastung leben müssen. Die Kläranlage in Yokohama, 300 Kilometer von Fukushima entfernt, hinterlässt seit dem Super-GAU im Jahr 170.000 Tonnen Atommüll: die Asche aus der Klärschlammverbrennung strahlt.2 Und ein Kind, das beispielsweise in Iwaki-Stadt lebt, also außerhalb der Evakuierungszone, bekommt im Jahr nach dem Super-GAU eine 52-mal so hohe Schilddrüsendosis ab wie vor dem Super-GAU.3

    1Ministry of Education, Culture, Sports, Science and Technology Japan, Extension Site of Distribution Map of Radiation Dose etc., November 2011
    Proll, Japan aktuell: Radioaktives Cäsium erreicht weite Landesteile Japans, 21. November 2011

    2Sato, Vortrag auf der NURIS-Konferenz, April 2015

    3IPPNW, Critical Analysis of the UNSCEAR Report „Levels and effects of radiation exposure due to the nuclear accident after the 2011 Great East-Japan Earthquake an tsunami“, 5. Juni 2014
    UNSCEAR, 2013 Report, Levels and effects of exposure due to the nuclear accident after the 2011 great east-Japan earthquake and tsunami, 2014 (S. 186, § C92 und S. 255, § E43)

  • Sind Lebensmittel in Japan radioaktiv belastet?

    Ja. In ganz Japan sind nach dem Super-GAU von Fukushima radioaktiv kontaminierte Lebensmittel aufgetaucht: Reis und Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte, Milch und Milchpulver, grüner Tee, Gemüse, Obst und Leitungswasser. 1 Nach offiziellen Angaben sind im fünften Jahr der Katastrophe nur noch nicht eigens angebaute Lebensmittel wie Wild, wild gesammelte Pilze und Ähnliches über den Grenzwerten belastet.2 Es ist aber fraglich, ob die staatlichen Stichprobenkontrollen auch wirklich alle verseuchten Nahrungsmittel finden. Vor allem Selbstversorger haben ein hohes Risiko, erhöhte Strahlenmengen zu sich zu nehmen. Viele Gemeinden in der Provinz Fukushima haben zudem begonnen oder gar angeordnet, verstärkt lokale Produkte zu nutzen. Und die Regierung startete eine landesweite Kampagne, die den Kauf von Lebensmitteln aus der Region Fukushima propagiert – als Akt der Solidarität …

    Die japanischen Grenzwerte sind zwar niedriger als die der EU. Insgesamt liegen sie aber immer noch um das 20- bis 30-Fache über den Empfehlungen von Foodwatch und IPPNW. Der dauerhafte und ausschließliche Konsum von Lebensmitteln, die nach japanischen Grenzwerten noch zugelassen wären, würde zu einer Strahlenbelastung weit über dem führen, was die Strahlenschutzverordnung für zumutbar hält, und jedes Jahr Zigtausende von Toten fordern.3

    1IPPNW, Critical Analysis of the UNSCEAR Report „Levels and effects of radiation exposure due to the nuclear accident after the 2011 Great East-Japan Earthquake an tsunami“, 5. Juni 2014

    2Ministry of Health Labour and Welfare Japan, Sum up of radionuclide test results reported in FY2015, 30. November 2015

    3Foodwatch/IPPNW, Grenzwerte für die Strahlenbelastung von Lebensmitteln, 20. September 2011

  • Welche gesundheitlichen Folgen der Reaktorkatastrophe sind bereits zu bemerken?

    Ein besorgniserregender Anstieg der Schilddrüsenkrebsrate bei Kindern. Insgesamt mussten bis Herbst 2015 bereits 115 Kinder wegen metastasierten oder stark wachsenden Krebsgeschwüren in ihren Schilddrüsen operiert werden, bei weiteren 37 besteht weiter akuter Krebsverdacht.1 Mehr als 67.000 strahlenexponierte Kinder aus der Präfektur Fukushima waren zudem gar nicht erst in die Untersuchungen eingeschlossen, mehr als 180.000 weitere Kinder warten immer noch auf ihre Zweituntersuchung. Es gibt also berechtigten Grund zur Sorge, dass die Zahl der Krebsfälle in den kommenden Monaten und Jahren noch deutlich steigen wird, zumal Schilddrüsenkrebs eine Latenzzeit von circa vier Jahren hat, andere Krebsarten von noch mehr.

    1IPPNW, Jeden Monat neue Schilddrüsenkrebsfälle, Dezember 2015

  • Was passierte mit den anderen AKW in Japan nach der Katastrophe in Fukushima?

    Vier der 54 Atomkraftwerke, die in Japan zuletzt liefen, hat der Super-GAU zerstört. Alle anderen 50 wurden binnen 14 Monaten Schritt für Schritt abgeschaltet und blieben es vier Jahre lang. Erst 2015 gingen, ungeachtet massiver Proteste aus der Bevölkerung, wieder zwei Reaktoren ans Netz: Die japanische Regierung hält nach wie vor an Atomkraft fest. Allerdings ist die japanische Anti-Atom-Bewegung seit Fukushima so stark wie noch nie zuvor.

  • Welche Konsequenzen hatte Fukushima für die Atompolitik in Deutschland und weltweit?

    Einige Länder legten Atomprojekte auf Eis oder erklärten, nun doch auf den Einstieg in die Atomkraft zu verzichten. In Deutschland kam es zu den bisher größten Anti-Atom-Protesten der Geschichte. Die schwarz-gelbe Bundesregierung nahm die erst wenige Monate zuvor beschlossene Laufzeitverlängerung wieder zurück und entzog den acht ältesten Meilern die Betriebsgenehmigung. In keinem anderen Land (außer Japan) sind nach Fukushima so viele Atomkraftwerke dauerhaft vom Netz gegangen – ein klarer Erfolg der Anti-Atom-Bewegung. Neun Atomkraftwerke jedoch sollen noch viele Jahre weiterlaufen dürfen, die meisten sogar bis 2022. Von einem echten „Atomausstieg“ kann also bisher noch keine Rede sein.


Unsere Empfehlung zu frei verfügbaren Dokumentationen über den Super-GAU von Fukushima

Fukushima und die Wahrheit hinter dem Super-GAU

Dokumentation Deutschland, 2013, 53 Minuten

Der Film von Peter F. Müller, Michael Mueller und Philipp Abresch geht der Frage nach, was in den Reaktorblöcken 1 bis 4 des Atomkraftwerks in Fukushima tatsächlich passiert ist und inwieweit die Verantwortlichen in Japan den Umfang der Katastrophe vor der eigenen Bevölkerung und der Weltöffentlichkeit verborgen haben - und bis heute verbergen. Die Dokumentation macht dabei deutlich, wie die japanische und internationale Atomlobby zusammenarbeiten und wie selbst internationale Aufsichtsbehörden sich durch diese Interessenvertreter instrumentalisieren lassen.


Die Fukushima-Lüge

ZDF-Dokumentation, Deutschland 2014, 29 Min.

Als die japanische Regierung am 11. März 2011 den atomaren Notstand ausrief, hielt die Welt den Atem an. Das große Erdbeben und der folgende Tsunami hatten in Japans Norden ganze Städte ausgelöscht. Japan am Boden, und jetzt auch noch der befürchtete Super-GAU - mit unabsehbaren Folgen für Japan und die Welt. Wie konnte es zu dieser Katastrophe kommen? Wie sind Japans Atombosse und die Regierung damit umgegangen? Und wo steht das Land drei Jahre nach der Katastrophe?


Fukushima – Chronik eines Desasters

arte-Dokumentation, Japan 2012, 47 Minuten

Der Film wirft ein erschreckendes Schlaglicht auf bisher selbst von Experten nicht erkannte Schwachstellen von Atomkraftwerken. Er zeigt, wie es überhaupt zu einem Totalausfall der Stromversorgung und infolgedessen zu einer mangelhaften Kühlung der Reaktorkerne und Brennstäbe kommen konnte - mit der bekannten fatalen Kettenreaktion von der Kernschmelze bis zum Freisetzen erheblicher Mengen an Radioaktivität.

Interviews mit den zum Zeitpunkt der Havarie diensthabenden Mitarbeitern ermöglichen es, die Ereignisse im Kontrollraum des Kernkraftwerks genau zu rekonstruieren. Anhand von 3D-Computergrafiken, nachgestellten Szenen und Exklusivinterviews wird deutlich, dass die tatsächlichen Verhältnisse im Reaktorblock 1 viel gefährlicher waren, als es die Arbeiter in der Kontrollzentrale ahnen konnten.


FUKUSHIMA – Die bleibende Katastrophe

Dokumentation, Greenpeace Deutschland 2016, 17 Min.

Entwurzelte Menschen und eine auf Jahrhunderte kontaminierte Natur - das ist die Realität, fünf Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima. In diesem Film begegnen wir Menschen, die nach dem 11. März 2011 ihre Häuser im Evakuierungsgebiet zurück lassen mussten und noch immer nicht wissen, ob oder wann sie zurückkehren werden.


Bücher zu Fukushima – Unsere Empfehlungen

  • Alexander Tetsch: „Fukushima 360 Grad - das atomgespaltene Leben"
Fukushima 360Grad.JPG

Im Mai 2013 reiste der Fotograf Alexander Tetsch (geb. Neureuter) 4.000 Kilometer quer durch Japan. Anhand von 44 Einzelschicksalen zeigt er, wie sich das Leben für die Menschen vor Ort unwiderruflich verändert hat. Sein Bildband, erschienen in Kooperation mit der Ärztevereinigung IPPNW (Ärzte gegen Atomkrieg), zeigt die tief in den Alltag eingedrungene Präsenz der Nuklearkatastrophe.
204 Seiten, 158 meist großformatige Farbfotografien. Neureuters 2011, ISBN 978-3-00-044733-4
Fukushima 360Grad - Bildband

 

 

  • Katsuhiro Ichikawa 2014: Zuhause in Fukushima. Das Leben danach: Portraits mit Fotos
Zuhause-in-Fukushima.jpg

Kei Kondo hat seinen Bio-Bauernhof verloren. Sadako Monma musste ihren Kindergarten schließen. Der Arzt und Diplomat Ryohei Suzuki kehrte nach der Katastrophe nach Fukushima zurück, um im dortigen Krankenhaus zu arbeiten. Judith Brandner erzählt in diesem Buch in 13 sensiblen Porträts, wie sich die Katastrophe von Fukushima auf die dort lebenden Menschen auswirkt. Der japanische Fotograf Katsuhiro Ichikawa hat Judith Brandner bei ihren Recherchen begleitet und die Menschen fotografiert, mit denen sie gesprochen hat. Die Fotos zeigen auf berührende Weise, wie die Menschen heute dort leben und fühlen.
160 Seiten, Kremayr & Scheriau 2014, ISBN-10: 3218009065

 

 

 

  • Lisette Gebhardt, Steffi Richter (Hrsg.): Lesebuch Fukushima
Lesebuch Fukushima.JPG

Kurz nach der Dreifachkatastrophe in Fukushima wurde die Textinitiative Fukushima gegründet, die japanische Texte ins Deutsche übersetzt und so auch diejenigen an der innerjapanischen Debatte um Fukushima teilhaben lässt, die kein Japanisch verstehen. Die Ergebnisse wurden nun in einem Lesebuch veröffentlicht. Das Lesebuch ist interdisziplinär ausgerichtet und enthält vier Themenkomplexe: Atompolitik in Japan, Kunst nach Fukushima, Medienmanipulation durch die Atomlobby und Anti-AKW Proteste nach Fukushima.
Eb-Verlag 2013, 442 Seiten, ISBN:978-3868931037
erhältlich im .ausgestrahlt-Shop:
Lesebuch Fukushima

 

 

 

  • Susan Boos: Fukushima lässt grüßen
Fukushima lässt grüßen.JPG

Man muss sich vorstellen können, was ein Super-GAU in unmittelbarer Nähe mit der eigenen Welt anrichten würde. Nach der Fukushima-Katastrophe reiste Autorin Susan Boos nach Japan, um das Geschehen in den verstrahlten Gebieten zu dokumentieren. Boos analysiert die Ereignisse und fragt: Was wäre, wenn ein solches Unglück in der Schweiz oder in Deutschland geschähe? Wie würde evakuiert? Wohin? Wer räumt auf? Wer trägt die Kosten?
271 Seiten, kartoniert, Rotpunktverlag 2012, ISBN-10: 3858694746
erhältlich im .ausgestrahlt-Shop:

Fukushima lässt grüssen

 

 

 

 

  • Coulmas, Florian / Stalpers, Judith: Fukushima. Vom Erdbeben zur atomaren Katastrophe
Vom-Erdbeben-zur-atomaren-K.JPG

Florian Coulmas und Judith Stalpers schildern in diesem Buch den verheerenden Verlauf des großen Bebens, analysieren, wie es zur Havarie der Reaktoren kommen konnte und beschreiben, wie die japanische Gesellschaft mit der Katastrophe umgegangen ist. Dabei lassen sie persönliche Erfahrungen und Erlebnisse einfließen und hinterfragen die Klischees der westlichen Berichterstattung. So entsteht eine subtile Einführung in das heutige Japan und seine besonderen Mentalitäten, Prägungen und Strukturen. Am Ende steht die Frage nach der Zukunft und den Folgen, die die Katastrophe für das Land haben wird.
192 Seiten, 30 Abbildungen und 8 Tabellen. Paperback, C.H.BECK 2011, ISBN 978-3-406-62563-3

 

 

 

  • Rebecca Harms: Ein Tag in Fukushima, eine Woche in Japan. Reisenotizen.
Ein-Tag-in-Fukushima.JPG

Mit zwei japanischen Anti-Atom-Aktivisten, ihrer Mitarbeiterin Silke Malorny und dem ehemaligen Chef der bulgarischen Atomaufsicht Gueorgui Kastchiev ging Rebecca Harms auf Vortrags- und Recherchereise nach Tokio, Osaka, Matsuyama City, Yokohama und Fukushima. Auf Veranstaltungen und in kleinen Runden trafen sie Atomkraftgegnerinnen, Wissenschaftler, Journalistinnen, Politiker und Bürgerinnen. Ein Tag in der Region Fukushima war der traurige Schlüsseltag der Reise.
88 Seiten broschiert, Verlag brotsuppe 2012, ISBN-10: 3905689405



Jahrestage-Protest 2017: Bilder aus Hamburg und Heilbronn

Fotos Heilbronn: ©Andreas Conradt/PubliXviewinG
Fotos Hamburg: ©Renate Wegener