.ausgestrahlt-Blog

16.02.2018 | von Jan Becker

„Schacht V statt Schacht 2“

„Rückholung des Asse-Mülls beschleunigen und Konrad stoppen“, so lauten die aktuellen Ziele, die von der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad kürzlich vorgestellt wurden.

Atommülllager Schacht Konrad

Unter dem Motto „Schacht V statt Schacht 2“ wollen sich die Aktivist*innen in Süd-Niedersachsen dieses Jahr wieder „intensiv mit den Problemen der Atommüllstandorte im Braunschweiger Land auseinandersetzen“, hieß es auf einer Pressekonferenz am Dienstag in Wolfenbüttel.

Zentrales Projekt ist eine beschleunigte Fertigstellung des Schachts V im Rahmen der geplanten Rückholung des Atommülls aus der Asse. Auf der anderen Seite kritisiert die Arbeitsgemeinschaft die Sanierung des Schachts 2 bei KONRAD. Weil die Planungen für das Atommülllager „nicht mehr zu der heutigen Realität passen“, seien die Arbeiten „überflüssig“, so Claus Schröder, Asse-Beauftragter der Arbeitsgemeinschaft und Mitglied der Asse II-Begleitgruppe.

Neues großes Atommüll-Lager geplant

Laut Koalitionsvertrag von SPD und CDU plant die künftige Regierung ein „zentrales Bereitstellungslager“ für die Atomabfälle, die künftig in Schacht KONRAD gelagert werden sollen. „Unverzüglich“ solle mit den Planungen begonnen werden, weil es für einen „zügigen Einlagerungsbetrieb (...) unverzichtbar“ wäre.

Atomkraftgegner*innen aus der Region sehen mit diesem Schritt das Gesamtkonzept für das Atommüll-Lager KONRAD als gescheitert. In „schönen bunten Bildern“ sei vom Betreiber 20 Jahre lang erzählt worden, der Atommüll werde „just-in-time“ von den Atomkraftwerken nach Schacht KONRAD gebracht. Eine weitere radioaktive Belastung durch ein zentrales Eingangslager sollte so vermieden werden.

„Wieder einmal halten die Planungen für KONRAD der Realität nicht stand“, so Ludwig Wasmus von der Arbeitsgemeinschaft.

Ein großes Eingangslager, wo auch immer gebaut, wäre eine neue große Atomanlage, die eine Vielzahl zusätzlicher Atomtransporte auslösen würde. Damit es keine weiteren derartigen „unliebsamen und gefährlichen Überraschungen“ mehr gibt, muss das Projekt KONRAD gestoppt werden.

weiterlesen:

  • 30 Jahre Protest gegen Schacht Konrad
    16.08.2017 - Die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD lädt am Samstag, den 26. August zur Jubiläumsfeier. Seit 30 Jahren organisieren die Aktivist*innen den Widerstand gegen das geplante Atommülllager.

  • 50 Jahre Atommüll-Katastrophe Asse-II
    29.03.2017 - Anfang April 1967 begann die Atommüll-Einlagerung im Schacht Asse. Zwanzig Jahre später wurden Wassereinbrüche bekannt; nochmal zehn Jahre später wurde das Absaufen des Bergwerks zugegeben. Nun soll der strahlende Abfall wieder herausgeholt werden. Doch dieses Versprechen droht zu scheitern.

  • Pläne für Atommülllager Schacht Konrad nicht vom Tisch
    20.01.2016 - Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hält neben einer zügigen Inbetriebnahme weiterhin auch an einer möglichen Erweiterung der genehmigten Kapazität des Atommülllagers Schacht Konrad fest. 70.000 Menschen haben kürzlich erst protestiert, dass noch mehr Atommüll als bisher geplant bzw. überhaupt radioaktiver Abfall in das alte Eisenerzbergwerk bei Salzgitter eingelagert werden soll.

Quellen (Auszug): regionalwolfenbuettel.de, wolfenbuetteler-zeitung.de, ag-schacht-konrad.de; 14.2.2018

Jan Becker

Jan Becker hat jahrelang die Webseite www.contrAtom.de betrieben und täglich aktuelle Beiträge zur Atompolitik verfasst. Seit November 2014 schreibt der studierte Umweltwissenschaftler für .ausgestrahlt. Jan lebt mit seiner Familie im Wendland. Mit dem Protest gegen regelmäßig durch seine Heimatstadt Buchholz i.d.N. rollende Atommülltransporte begann sein Engagement gegen Atomenergie, es folgten die Teilnahme und Organisation zahlreicher Aktionen und Demonstrationen.

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