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Atomkraftwerk Brunsbüttel

Atomkraftwerk
Atomkraftwerk Brunsbüttel
Status:
Abriss läuft
Standort:
Brunsbüttel
Kategorie:
Atomkraftwerk
Inbetriebnahme:
09. Feb 1977
Betriebsende:
06. Aug 2011

Bis zu seiner Zwangsabschaltung im März 2011 gehörte das schleswig-holsteinische Atomkraftwerk Brunsbüttel zu den Meilern mit den häufigsten Störfällen. 2015 verlor das dortige Atomüll-Zwischenlager wegen mangeldem Terrorschutz die Betriebserlaubnis.

Brunsbüttel gehörte wegen seiner bauartbedingten Schwachstellen zu den besonders umstrittenen Atomkraftwerken in Deutschland. Nach dem durch den GAU in Fukushima eingeleiteten Atomausstieg verlor der Meiler 2011 seine Betriebserlaubnis. Der offizielle Abriß begann mit dem Erhalt der 1. Stilllegungs- und Abbaugenehmigung Ende 2018. Im Jahr 2026 zerlegt der Betreiber Vattenfall den radioaktiven Reaktordruckbehälter. Die Abrissarbeiten sollen bis 2035 dauern. Dann soll auf dem Gelände ein Batteriespeicher gebaut werden.

2001: Knallgasexplosion im Reaktor

Für viel Aufsehen sorgte ein schwerer Störfall im Dezember 2001. Im laufenden Betrieb kam es im Innern des Reaktors zu einer Knallgas-Explosion. Eine Rohrleitung der Reaktordeckelsprühanlage wurde auf einer Länge von 2-3 Meter vollständig zerstört. Nur ein einziges Ventil befand sich zwischen dem zerstörten Rohr und dem Reaktordruckbehälter und stoppte den Austritt von radioaktivem Dampf aus dem Reaktordruckbehälter.

Jahrelang vom Netz

Am 28. Juni 2007 wurde das AKW wegen eines Stromnetzdefekts, der einen Schwelbrand an der Turbine verursachte, automatisch abgeschaltet. Wegen dieser Panne und fehlerhafter Dübel und Verankerungen wurde der Reaktor im gleichen Monat vorläufig und wegen des Atomausstiegsbeschlusses der Bundesregierung am 6. August 2011 endgültig vom Netz genommen. Insgesamt brachte es Brunsbüttel über seine gesamte Betriebslaufzeit wegen weiterer langer Stillstände auf eine Verfügbarkeit von knapp 50 Prozent.

Rostfässer in Kavernen

Im Dezember 2011 wurden in unterirdischen Betonkavernen Atommüllfässer entdeckt, die teilweise stark verrostet waren. Die Einlagerung der Fässer mit Abfällen aus dem Betrieb begann in den 70er Jahren. In den Kammern herrscht erhöhte Strahlung. Der Betreiber Vattenfall startete Anfang 2016 die Bergung der Fässer.

Menschenkette zwischen Krümmel und Brunsbüttel

Die größte Aktion gegen das AKW fand am 24. April 2010 statt. Mit einer Menschenkette demonstrierten über 100.000 Menschen auf 120 Kilometern zwischen den Atomkraftwerken Brunsbüttel und Krümmel gegen den Atomkurs der Bundesregierung, die Laufzeitverlängerungen u.a. für Brunsbüttel beschlossen hatte. Immer wieder wurde auch der Abtransport des Atommülls aus dem AKW behindert. So ketteten sich im Mai 2002 vierzehn Aktivist*innen an den Gleisen an, die vom Kraftwerk wegführen.

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