Zwischenlager Isar
Das Atomkraftwerk Isar befindet sich in Bayern an der Isar, nahe Landshut im Süden Deutschlands. Direkt neben den Reaktoren wurde ein Standortzwischenlager für den Atommüll gebaut.
Am Standort befinden sich zudem der stillgelegte Reaktorblock Isar 1 (KKI-1) und der Reaktorblock Isar 2 (KKI-2).
Nach dem gesetzlichen Verbot der Wiederaufarbeitung des deutschen Atommülls im Ausland bauten die Betreiber der Atomkraftwerke an zahlreichen Standorten Zwischenlagerhallen. Sie dienen der Lagerung der hochradioaktiven Brennelemente in Castor-Behältern. Wenn irgendwann ein zentrales Atommülllager zur Verfügung stehen sollte, werden die Castoren dorthin gebracht.
Das Standort-Zwischenlager Isar wurde am 12. März 2007 durch die Einlagerung des ersten Castor-Behälters in Betrieb genommen. Sie bietet Platz für maximal 152 Castor-Behälter. Die Betriebsgenehmigung läuft ab 2007 für 40 Jahre. Es ist heute schon abzusehen, dass bis dahin kein Atommülllager gefunden sein wird. Damit wird das Zwischenlager zu einem Dauerlager.
In der Kritik stehen die Lagerhallen insbesonderes, weil sie nicht „sicher“ sind. Der gezielte Absturz eines Flugzeugs oder der Beschuss mit panzerbrechenden Waffen hätte katastrophale Folgen. Ein gezielter Flugzeugangriff könnte in der nach dem „WTI-Konzept“ errichteten Halle zu größeren Schäden mit einem Einsturz von Wänden und Dach führen, das Deckelsystem einzelner Behälter kann direkt getroffen werden.
Im Januar 2012 wurde der Bau einer zehn Meter hohen Schutzmauer für das Zwischenlager angekündigt, die gegen Terrorangriffe oder andere Störmaßnahmen schützen soll. Kritiker:innen warfen den Behörden vor, dass diese Maßnahme weitgehend wirkungslos ist.
Eigentlich waren die Zwischenlager ausschließlich für die Abfälle aus dem benachbarten Reaktorbetrieb geplant. Durch das gesetzliche Verbot der Castor-Transporte nach Gorleben wurden 26 Castorbehälter aus der britischen und der französischen Wiederaufarbeitungsanlage auf Zwischenlager verteilt, sieben davon für Isar. Die Anlieferung der Behälter aus Sellafield im April 2025 mobiliserte Proteste entlang der Transportstrecke. Im niedersächsischen Nordenham waren die Castoren aus einem Schiff auf Schienenwaggons verladen worden. Quer durch Deutschland rollte der Zug dann unter massivem Polizeischutz bis nach Isar.
weitere Infos:
Die Zwischenlagerung des hochradioaktiven Atommülls wird sehr viel länger dauern, als ursprünglich behauptet. Die bisherigen Hallen sind nicht weiter tragbar. Doch die Politik nimmt das Problem nicht ernst. - mehr