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Zwischenlager Philippsburg

Atommülllager
Zwischenlager Philippsburg
Foto: EnBW
Status:
in Betrieb
Standort:
Philippsburg
Kategorie:
Atommülllager
Inbetriebnahme:
19. Mär 2007

Standortzwischenlager am Atomkraftwerk Philippsburg mit Block 1 (bereits stillgelegt) und Block 2 (noch in Betrieb). Hier wird hochradioaktiver Atommüll aus dem Betrieb der Reaktoren eingelagert, bis irgendwann ein Atommülllager gefunden wurde.

In der Stahlbetonhalle stehen in zwei Lagerbereichen Stellplätze für rund 152 Behälter zur Verfügung.

Nach dem gesetzlichen Verbot der Wiederaufarbeitung des deutschen Atommülls im Ausland bauten die Betreiber der Atomkraftwerke an zahlreichen Standorten Zwischenlagerhallen. Sie dienen der Lagerung der hochradioaktiven Brennelemente in Castor-Behältern. Wenn irgendwann ein zentrales Atommülllager zur Verfügung stehen sollte, werden die Castoren dorthin gebracht.

Die Betriebsgenehmigung läuft bis zum 19.03.2047 (40 Jahre nach Einlagerungsbeginn). Es ist heute schon abzusehen, dass bis dahin kein Atommülllager gefunden sein wird. Damit wird das Zwischenlager zu einem Dauerlager.

Dünne Wände

Die Zwischenlagerhallen in Süddeutschland sind nach dem „WTI-Konzept“ gebaut. Ein gezielter Flugzeugangriff kann zu größeren Schäden mit einem Einsturz von Wänden und des Daches führen, das Deckelsystem einzelner Behälter kann direkt getroffen werden. Im Gegensatz zu allen anderen Standort-Zwischenlagern nach WTI-Konzept, deren Wandstärke 85 cm beträgt, weist das SZL Philippsburg sogar nur eine Wandstärke von 70 cm auf.

Durch das gesetzliche Verbot der Castor-Transporte nach Gorleben wurden ab 2020 26 Castorbehälter aus der britischen und der französischen Wiederaufarbeitungsanlage auf Zwischenlager in Deutschland verteilt. Fünf Behälter aus La Hague (F) rollten über die Schiene im November 2024 nach Philippsburg. Die Gemeinde und der Betreiber wehrten sich im Vorfeld gegen die Lieferungen, auch der Transport selbst wurde von Protesten begleitet.

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