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Pressemitteilung

18. Mai 2026
Gemeinsame Pressemitteilung von .ausgestrahlt und Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen

Große Sorge nach Drohnenangriff auf Emirate-AKW: Angereichertes Uran kommt auch von Urenco aus Gronau

„Bundesregierung muss Uranexporte in Kriegsgebiete stoppen“

Anti-Atomkraft-Initiativen aus NRW und dem Emsland sowie .ausgestrahlt, IPPNW und der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) sind extrem besorgt nach dem Drohnenangriff auf das AKW Barakah am Persischen Golf in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie weisen darauf hin, dass für die Brennelemente in dem AKW auch angereichertes Uran von Urenco aus der Urananreicherungsanlage Gronau/Westfalen verwendet wird. Da die Exportgenehmigungen für angereichertes Uran letztlich von der Bundesregierung abgesegnet werden müssen, ist auch Deutschland am Betrieb dieses AKW in der Kriegsregion am Persischen Golf beteiligt.

Urenco ist über den südkoreanischen Atomkonzern Kepco in die Lieferkette für Barakah mit eingebunden. Entsprechende Ausfuhrgenehmigungen für das angereicherte Uran aus Gronau zur Brennelementefertigung in Südkorea werden regelmäßig vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) erteilt, zuletzt nach Angaben des Bundesumweltministeriums am 6. November 2025. Die Anti-Atomkraft-Initiativen und Verbände fordern nun einen sofortigen Ausfuhrstopp für angereichertes Uran, das in Kriegs- oder Krisengebieten zum Einsatz kommen soll. Sie erinnern daran, dass Urenco auch schon das von Russland in der Ukraine militärisch besetzte AKW Saporischschja mit angereichertem Uran beliefert hat.

„Die Angriffe auf Atomanlagen am Persischen Golf sind extrem beunruhigend, weil sie zu einer großen nuklearen Katastrophe führen können. Nach der Ukraine und dem Iran ist dies nun ein weiteres Land, wo Atomkraftwerke und Atomanlagen direkt in die Kriegsführung mit einbezogen werden. Das ist eine äußerst gefährliche Entwicklung. Und es ist absolut verantwortungslos, dass sowohl am Persischen Golf wie auch in der Ukraine ein Teil des angereicherten Urans aus der deutschen Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau stammt. Die Bundesregierung muss endlich die Exportlizenzen für den Urenco-Konzern aufheben – in Kriegs- und Krisengebiete darf kein angereichertes Uran made in Germany geliefert werden,“ so Jens Dütting vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

"Atomkraftwerke sind nicht nur ein Sicherheitsrisiko im Normalbetrieb – sie können jederzeit zu militärischen oder terroristischen Angriffszielen werden. Wer auf Atomkraft setzt, nimmt diese Gefahr bewusst in Kauf. Auch deshalb lehnen wir die Nutzung von Atomkraft entschieden ab," ergänzte Bettina Ackermann von der bundesweiten Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt.

Urenco gehört zu je einem Drittel dem britischen und niederländischen Staat. Das deutsche Drittel gehört gemeinsam RWE und E.ON, sodass auch diese beiden deutschen Großkonzerne an der Belieferung des AKW Barakah am Persischen Golf indirekt mit beteiligt sind.

Verwendete Quellen:

1. Beteiligung von Urenco bei der Belieferung von Barakah:

https://www.urenco.com/news/global/2023/supply-chain-delivery-mooted-at-wuc

2. Belieferung von Barakah durch Urenco via KEPCO in Südkorea:

https://www.nucnet.org/news/operators-begin-fuel-loading-at-barakah-2-apr-1400-plant-3-1-2021

3. Aktuelle deutsche Exportgenehmigung von Urenco Gronau für 200t angereichertes Uran für KEPCO in Südkorea vom 6.11.2025 (S. 29):

https://www.bundesumweltministerium.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Nukleare_Sicherheit/ausfuhrgenehmigungen_brennelemente_bf.pdf

Kontakt

.ausgestrahlt
Bettina Ackermann
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
Jens Dütting
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