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Wie Atomkraft dem Klimaschutz schadet

Atomkraft verschärft die Klimakrise, weil das Festhalten an der teuren Hochrisikotechnologie die erneuerbaren Energien und den nötigen Umbau der Energieversorgung ausbremst.

Seit dem wurde der Strombedarf in Deutschland durch erneuerbare Energien mehr als kompensiert. Der Anteil Erneuerbarer an der Gesamtstromversorgung liegt mit mehr als 55 Prozent auf einem historischen Höchststand. Ihr Ausbau schreitet kontinuierlich voran, ebenso wie die Entwicklung von Batteriespeichern.

Die bewusst geschürte Debatte um Atomenergie sollte die veraltete und riskante Technologie wieder salonfähig machen.

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Ist Atomkraft der Schlüssel zum Erreichen der Klimaziele?

Icon: Skizziertes AKW im roten Kreis Nein. Die gut 400 Atomreaktoren weltweit decken etwa zwei Prozent des globalen Endenergieverbrauchs (inklusive Wärme und Verkehr) – Tendenz sinkend. Um nennenswert CO2 einzusparen, müssten Tausende neue AKW in wenigen Jahren gebaut werden. Selbst die 2023 auf der Klimakonferenz COP28 angekündigte Verdreifachung der Atomstromproduktion würde für das Klima keinen Unterschied machen, käme viel zu spät und ist ohnehin nicht umsetzbar.1

Erneuerbare dagegen decken bereits mehr als 15 Prozent des Endenergieverbrauchs und fast ein Drittel des weltweiten Strombedarfs – mit deutlich steigender Tendenz.2

1 Bulletin of the Atomic Scientists 2023.
2 Energy Institute 2025 und Smil 2017; eigene Umrechnungen in Endenergieverbrauch.

Warum bleiben die die CO2-Emissionen mit Atomkraft noch lange hoch?

Icon: Flamme in rotem Kreis Für wirksamen Klimaschutz zählen nicht nur die CO2-Emissionen pro Kilowattstunde. Entscheidend ist vor allem, wie schnell und wie viele Emissionen eingespart werden – und zu welchen Kosten:

  • Wie schnell? Große Solar- oder Windparks sparen schon nach wenigen Jahren viel CO2 ein. Bis ein neues Atomkraftwerk gebaut ist, dauert es zehn Jahre und mehr, die für den Klimaschutz verloren sind. Von der Planung bis zur Inbetriebnahme vergehen leicht 20 Jahre. Kostenexplosionen und teils immense Verzögerungen sind die Regel – und viele geplante AKW werden entweder nie gebaut oder gehen nicht in Betrieb.

  • Wie viel? Für einen nennenswerten Beitrag zum Klimaschutz müssten sehr viel mehr AKW gebaut werden, als es Fertigungskapazitäten, Fachkräfte und Finanzen zulassen. Währenddessen decken Erneuerbare bereits ein Drittel des weltweiten Strombedarfs – mehr als dreimal so viel wie AKW – und wachsen schnell weiter. 2025 machten Erneuerbare mehr als 90 Prozent der neu zugebauten Kapazitäten aus.

  • Zu welchen Kosten? Für neue AKW und Laufzeitverlängerungen braucht es immer Subventionen oder staatliche Garantien. Während Erneuerbare die günstigste Art der Stromerzeugung geworden sind, ist Atomkraft die teuerste.

Den Klimaschutz schiebt die Atomlobby nur vor. Atomdiskussionen gehen auf Kosten der Energiewende, denn sie ziehen Zeit, Aufmerksamkeit und Mittel von den Erneuerbaren ab.

Könnte Atomkraft eine sinnvolle Ergänzung zu Erneuerbaren sein?

Icon: Erneuerbare Energien Nein. Ein modernes Stromnetz ist flexibel und dezentral: Wind- und Solaranlagen liefern einen Großteil der Energie, Schwankungen werden durch intelligente Steuerung von Stromproduktion, Stromnachfrage und Speichern ausgeglichen. AKW sind unflexibel und daher gleich in doppelter Hinsicht inkompatibel mit Erneuerbaren:

  • Wenn Wind und Sonne einmal nicht ausreichen, den kurzfristigen Bedarf zu decken, sind AKW viel zu träge, um schnell einzuspringen.

  • Wenn Erneuerbare dagegen besonders viel günstigen Strom liefern können, verstopfen die unflexiblen AKW das Netz.

Debatten um einen (Wieder-)Einstieg in die Atomkraft machen Investitionen in Erneuerbare weniger sicher und damit teurer und unattraktiver. Wer auf AKW setzt, verschenkt so ausgerechnet das Potenzial der günstigsten und klimafreundlichsten Energiequellen.

Aus dem Blog: Sabotage an der Energiewende

Wäre es besser gewesen, zuerst alle Kohlekraftwerke abzuschalten?

Icon: Kohlekraftwerk Nein. Der von der Anti-Atom-Bewegung in Gang gesetzte Ausbau der erneuerbaren Energien hat auch die fossilen Energien zurückgedrängt. Unterm Strich war der Rückgang bei der Kohle sogar größer als bei der Atomkraft. Zugleich war und ist es richtig, die unflexibelsten Kraftwerke zuerst vom Netz zu nehmen. Bei den einigermaßen flexiblen Kohlekraftwerken sorgen schon die hohen CO2-Kosten dafür, dass diese nur noch als Ergänzung und Reserve fungieren, bis Erneuerbare und Speicher sie ersetzt haben.

Tatsächlich war der Atomausstieg ein Booster für die Energiewende und für den Kohleausstieg. Schon in den ersten 366 Tagen nach Abschaltung der letzten AKW hat das Plus bei den erneuerbaren Energien den weggefallenen Atomstrom komplett ersetzt. Gleichzeitig sank die Stromerzeugung aus Steinkohle um fast die Hälfte, die Braunkohleverstromung um fast ein Drittel. In solchem Tempo ist auch der Kohleausstieg nicht mehr weit.

Ist Atomkraft notwendig für Rechenzentren und KI?

Icon: Radioaktivitätszeichen

Icon: Radioaktivitätszeichen

Nein. Obwohl der Energiebedarf von Rechenzentren insbesondere durch KI stark wächst, bleibt er überschaubar: Die internationale Energieagentur IEA prognostiziert einen Anstieg auf 700 bis 1250 Terawattstunden bis 2030 – das sind 2-4 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs.3 Trotz medienwirksamer Atomkraftdeals von US-Tech-Konzernen setzen auch Amazon, Microsoft und Meta vor allem auf Strom aus erneuerbaren Quellen und treiben den Ausbau von Wind- und Solarenergie voran. Die Behauptung, Rechenzentren bräuchten Atomkraft, ist ein Mythos – widerlegt durch die Praxis. EU-weit decken Rechenzentren im Schnitt bereits 86 Prozent ihres Strombedarfs aus erneuerbaren Energien.4 In manchen europäischen Ländern sind Rechenzentren schon heute vollständig grün. Atomkraft ist dafür weder technisch noch energetisch notwendig – sie dient in dieser Debatte vor allem als Vorwand, um den Ausbau von Wind- und Solarenergie zu bremsen.

4 EU-Energiekommissariat, AIT, Borderstep und EY 2025.
5
World Nuclear Industry Status Report 2019, S. 245.

Ist es sinnvoll, die Laufzeiten bestehender AKW zu verlängern?

Icon: Wirblewind Nein. Auch Laufzeitverlängerungen verzögern die Energiewende und sind damit klimapolitisch kontraproduktiv. Die Milliarden, die es kostet, Uraltmeiler mit Nachrüstungen notdürftig am Laufen zu halten, sparen mehr CO2 ein, wenn man sie für den Ausbau von Wind- und Solarenergie und Speichern einsetzt – und das auch noch schneller, günstiger und ohne Atommüll und unkalkulierbare Risiken.5

Weitere Gründe sprechen gegen Laufzeitverlängerungen:

  • Laufzeitverlängerungen erfordern teure Nachrüstungen, Reparaturen und produzieren zusätzlichen Atommüll.

  • Mit zunehmendem Alter eines AKW steigt die Gefahr schwerer Unfälle.6

  • Jahrzehntealte AKW können auch mit Nachrüstungen heutige Sicherheitsstandards nicht erfüllen.

  • Ältere AKW fallen häufig und länger aus – fossile Kraftwerke, die dann einspringen, erhöhen den CO2-Ausstoß.

  • Alte AKW sind besonders unflexibel.

6 Greenpeace 2014.

Wie zuverlässig ist Atomkraft in der Klimakrise?

Icon: Wirbelwind in rotem Kreis Wenig. Extremwetterereignisse und der steigende Meeresspiegel wirken sich negativ auf die Zuverlässigkeit von AKW aus, denn sie können sich nur begrenzt an Hitze, Dürre oder Hochwasser anpassen. Statt die Versorgungssicherheit zu erhöhen, machen sie das Energiesystem anfällig7:

  • Viele Reaktoren brauchen Flusswasser zur Kühlung. Aufgrund des Klimawandels führen Flüsse im Sommer oft weniger Wasser und erwärmen sich stärker. Damit sie nicht zu warm werden – wichtig etwa für das Überleben der Fische –, müssen AKW gedrosselt oder abgeschaltet werden: In den letzten Jahren mussten in Frankreich immer wieder Reaktoren vom Netz.

  • Der Meeresspiegelanstieg bedroht küstennahe AKW und den dort gelagerten Atommüll, das Unfallrisiko steigt.

7 OECD 2022.

Warum behaupten so viele, dass wir Atomkraft brauchen?

Icon: Skizziertes AKW im roten Kreis Die Atomlobby arbeitet seit einigen Jahren mit massiven PR-Kampagnen daran, der Atomkraft ein grünes Mäntelchen umzuhängen. Dies trifft bei vielen Menschen einen Nerv. Zugleich werden erneuerbare Energien und die Dynamik ihres Ausbaus noch immer unterschätzt, für Speichertechnologien gilt dasselbe.

Was fordert .ausgestrahlt?

  • Energiewende statt Atomillusionen: Keine Förderung von SMR und anderen Atomprojekten!

  • Keine Gleichsetzung von Atomkraft und Erneuerbaren.

  • 100 % Erneuerbare jetzt: Volle Kraft für eine Energieversorgung aus Sonne, Wind und Wasser!

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