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Hupen gegen Atomkraft
Mit gasbetriebenen Tröten und Fanfaren haben drei Gruppen von AtomkraftgegnerInnen heute ab 15 Uhr bei der NRW-Landesvertretung in Berlin gegen längere Laufzeiten für Atomkraftwerke demonstriert. Anlass war das erste Treffen der Koalitions-Arbeitsgruppe „Wirtschaft/Energie“.
Fünf bis acht von 17 AKW sind die meiste Zeit vom Netz
Die ältesten Atomkraftwerke werden für die Energieversorgung nicht mehr benötigt. Seit Beginn des Jahres 2009 waren zumeist fünf bis acht der insgesamt 17 AKW aufgrund von Störfällen, Reparaturen oder Wartungsarbeiten abgeschaltet. Auch während der Koalitionsverhandlungen sind sechs Reaktoren vom Netz. Trotzdem stellt die Bundesrepublik immer wieder neue Rekorde im Stromexport auf, weil die Zuwächse im Bereich der Erneuerbaren Energien dafür sorgen, dass trotz ständiger AKW-Ausfälle keine Stromlücke entsteht.
1500 Atomkraftgegner laufen sich für Proteste warm
Rund 1.500 Atomkraftgegner haben heute in Berlin sportlich gegen Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke protestiert. In weiteren Städten fanden und finden solche Warmläufe statt.
„Im schwarz-gelben Atomkraft-Poker ist unser Widerstand der Joker“
„Die künftigen Regierungsparteien sind in Sachen Atomenergie mächtig unter Druck", erklärte Jochen Stay von .ausgestrahlt zu den aktuellen Äußerungen von Politikern aus Union und FDP, die den Stromkonzernen weitgehendere Bedingungen für den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke stellen. "Die beiden Parteien unternehmen den Versuch, die öffentliche Debatte von den Gefahren der Atomenergie abzulenken." Heute beginnt die Anti-AKW-Bewegung in Berlin mit Aktionen, um die Koaltionsverhandlungen zu beeinflussen.
„Selbst bei Laufzeitverlängerungen wird es in den nächsten Jahren keine wesentlichen Zusatzgewinne geben“
Zur aktuellen Debatte um einen zu erwartenden Geldsegen aus der Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken erklärt Jochen Stay, Sprecher der bundesweiten Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: "Die Wundertüte der angeblichen Wohltaten aus Laufzeitverlängerungen ist bis auf weiteres faktisch leer. Wesentliche Zusatzgewinne auf Seiten der Stromkonzerne würde es frühestens Mitte des nächstens Jahrzehnts geben, denn Zusatzgewinne fallen ja frühestens dann an, wenn die bisher im Atomgesetz garantierte Laufzeit für die jeweiligen Reaktoren abgelaufen ist."
Anti-Atom-Bewegung läuft sich für Proteste warm
Atomkraftgegner und Umweltverbände rufen für kommenden Montag in Berlin zu einer Protestlauf unter dem Motto „Warmlaufen für den Widerstand – Atomkraft kaltstellen“ auf. Während Union und FDP zu ersten Runde der Koalitionsverhandlungen in der Landesvertretung von NRW zusammenkommen, sollen möglichst viele Menschen um das Gebäude joggen, walken, radeln oder gemütlich spazieren und so gegen eine Aufkündigung des Atomausstiegs protestieren.
„Da ist eine Menge Druck im Kessel“
Die Chefs von Eon, RWE und Co haben im Jahr 2000 einen ausgehandelten Kompromiss zum Atomausstieg eigenhändig unterschrieben haben, erklärte Jochen Stay von .ausgestrahlt. An diese Verpflichtung wollen sie sich heute nicht mehr halten. Man stelle sich vor, eine Fluggesellschaft lässt veraltete und störanfällige Passagiermaschinen länger im Dienst und bietet dafür an, einen Teil der dadurch erzielten Zusatzgewinne für neue Geschäftsfelder zu nutzen. Viele Menschen haben einfach keine Geduld mehr, noch länger auf den Atomausstieg zu warten. Schon 1998 wurde von Rot-Grün der Ausstieg versprochen. Bis heute hat er nicht stattgefunden. Das treibt die Leute jetzt auf die Straße.
„Die Anti-AKW-Bewegung hat einen Fuß in der Tür“
„Jetzt wird öffentlich, dass in der Atompolitik auch ein tiefer Riss durch die zukünftigen Regierungsparteien geht. Eine Mehrheit der CDU-Wähler lehnt Laufzeitverlängerungen ab", erklärte Jochen Stay zum Plädoyer des saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller (CDU) gegen Laufzeitverlängerungen der Atomkraftwerke.
Offener Brief an Merkel, Westerwelle und Seehofer: Schon 25.000 Unterschriften für den Atomausstieg in 24 Stunden
Innerhalb von 24 Stunden haben bereits mehr als 25 000 Bürgerinnen und Bürger einen vom Kampagnen-Netzwerk Campact und der Anti-Atom-Kampagne .ausgestrahlt getragenen offenen Brief an Angela Merkel, Horst Seehofer und Guido Westerwelle unterschrieben. Darin appellieren sie an CDU, CSU und FDP den mit dem Atomkonsens halbwegs befriedeten Konflikt um die Atomkraft, der Jahrzehnte die Republik gespalten habe, nicht wieder anzufachen.
„Gesellschaftliche Zustimmung zu einer Hochrisikotechnologie lässt sich nicht einkaufen“
„Das Geschäftsmodell Atomenergie beruht auf dem Grundsatz: Riesige Gewinne für wenige – unverantwortbare Risiken für alle. Daran würde sich auch nichts ändern, wenn Eon, RWE, Vattenfall und Co einen Teil ihrer Einnahmen aus ihren maroden Atomkraftwerken abgeben", kommentierte Jochen Stay von .ausgestrahlt das Angebot von Eon-Chef Wulf Bernotat an die künftige Bundesregierung über die Aufteilung der Zusatzgewinne bei einer Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke.