25 Jahre nach Merkels Backpulver-Vergleich
Ein Satz unserer derzeitigen Bundeskanzlerin sorgte vor 25 Jahren für große Empörung unter Atomkraftgegner*innen. Damals stand der erste Castor-Transport ins Zwischenlager Gorleben an.
Ein Satz unserer derzeitigen Bundeskanzlerin sorgte vor 25 Jahren für große Empörung unter Atomkraftgegner*innen. Damals stand der erste Castor-Transport ins Zwischenlager Gorleben an.
Deutschland hat seit Kurzem ein weiteres Atommüll-Zwischenlager: Am AKW-Standort Philippsburg wurde das „Reststoffbearbeitungszentrum“ (RBZ) in Betrieb genommen. Die Vorsätze waren schon mal schlechter.
Anstatt es zur allgemeinen Risikominimierung vom Netz zu lassen, wurde das älteste Atomkraftwerk Frankreichs nach einem Störfall-Stillstand zügig wieder angefahren.
Das Risiko nach einem Super-GAU ist nie vorbei - zumindest nach realistischer, menschlicher Zeitrechnung. Das zeigt sich jetzt in Tschernobyl, wo unkontrollierte Waldbrände herrschen. In Fukushima wurde eine „kollektive Bestrahlung“ vermutlich um ein Jahr verschoben.
Mit der Auflage der „Vermummung“ wurde am Montag in Gronau gegen den erneuten Abtransport von Uranmüll aus der dortigen Anreicherungsanlage protestiert. Dass der Betreiber trotz der Corona-Pandemie auf die Abfuhr besteht, ist „unverantwortlich“, sagen Atomkraftgegner*innen.
„Alles soll raus“, heißt es seit mehr als zehn Jahren. Doch aus dem havarierten Atommülllager Asse-2 bei Wolfenbüttel ist bisher kein einziges Faß mit schwach- oder mittelaktivem Abfall geborgen worden. Das wird auch noch eine Weile so bleiben, bekräftigt jetzt der Betreiber.
Es ist eine einfache Rechnung, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) aufstellt: Die Anzahl der AKW, die bis 2030 aus Altersgründen vom Netz gehen müssen, übersteigt die Zahl der AKW-Neubauprojekte um ein Vielfaches. In allen Ländern, die erstmals ein AKW bauen wollen, mangelt es an Demokratie.
Das Bundesumweltministerium hat Brennstofflieferungen für ausgerechnet die beiden belgischen Atomkraftwerke genehmigt, die seit einem kürzlichen Gerichtsurteil illegal betrieben werden.
Alle Menschen sind dazu aufgerufen, zuhause zu bleiben. Das öffentliche Leben steht weitestgehend still. Die Atomindustrie hingegen macht trotz aller Risiken einfach weiter wie bisher.
Mit fast zweijähriger Verspätung haben Bundestag und Bundesrat jetzt das Nationale Begleitgremium komplettiert. Neben sechs zufällig ausgewählten Bürger*innen sind nun zwölf „anerkannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens“, wie es im Gesetz heißt, berufen worden. Die neue Zusammensetzung des Gremiums wirft eine Menge Fragen auf.