Erneut gab es in einem der belgischen Skandal-Reaktoren einen Störfall. Wegen massiver Sicherheitsbedenken und wachsendem Mißtrauen wird die Forderung nach der sofortigen Stilllegung der AKW Doel und Tihange immer lauter. Als Konsequenz ist im Raum Aachen die größte Antiatomkraftbewegung seit den Achtzigerjahren entstanden.
Anlässlich des 32. Jahrestages der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine neue Studie zum AKW-Risiko veröffentlicht. Das Ergebnis: Ein größerer Störfall oder ein Super-Gau sind jederzeit möglich.
„Es kann passieren, dass der Reaktor-Druckbehälter kaputtgeht“, so äußert sich der Atomsicherheits-Experte Wolfgang Renneberg nach einer Fachtagung zum belgischen Atomkraftwerk Tihange-2. Atomkraftgegner*innen starten eine „Strafanzeigen-Flut“.
Trotz Sicherheitsbedenken und für nur noch wenige Monate Laufzeit ist Block 2 des französischen Atomkraftwerk Fessenheim wieder in Betrieb genommen worden. Atomkraftgegner*innen antworten mit Protest.
Ausgerechnet die ältesten der alten Atommeiler haben trotz massiver Sicherheitsrisiken die Freigabe zum Wiederanfahren bekommen. Atomkraftgegner*innen sind schockiert.
Weil sie auf massive Sicherheitsrisiken der französischen Atomkraftwerke aufmerksam machten, müssen jetzt zwei Aktivist*innen ins Gefängnis. Gleichzeitig ereigneten sich in Cattenom die nächsten Störfälle.
Der Schweizer Onkologe Dr. med. Claudio Knüsli konnte nachweisen, dass auch sehr geringe Strahlungswerte gesundheitliche Folgen haben. Der IPPNW fordert eine Neubewertung des Risikos zum Beispiel durch AKW-Bauschutt.
Das Störfall-AKW Fessenheim soll Ende des Jahres endlich abgeschaltet werden. Alle anderen Meiler in Frankreich sollen noch mindestens 20 Jahre in Betrieb bleiben. Ein Spiel mit dem Feuer: Im grenznahen Atomkraftwerk Cattenom hat es vor wenigen Tagen eine Notabschaltung gegeben.