Japan schaltet ab
Acht Jahre nach Beginn der Katastrophe von Fukushima steht die japanische Atomindustrie vor einer „Ära der massiven Stilllegung“. Trotz aller Bemühungen der Atomlobby ist das nukleare Zeitalter vorbei. Damit beginnen neue Probleme.
Acht Jahre nach Beginn der Katastrophe von Fukushima steht die japanische Atomindustrie vor einer „Ära der massiven Stilllegung“. Trotz aller Bemühungen der Atomlobby ist das nukleare Zeitalter vorbei. Damit beginnen neue Probleme.
Wer mit Atomkraftwerken das Klima retten will, der missachtet den Komplex Brennstoffherstellung. Doch beim Uranabbau wird nicht nur CO2 freigesetzt. In Afrika wird unter menschenverachtenden Bedingungen für die westliche Welt produziert: Der Globale Norden „externalisiert die Umwelt- und Gesundheitsrisiken im Globalen Süden“.
Kürzlich hat das weltweit erste schwimmende Atomkraftwerk Kurs auf seinen Bestimmungsort in der Arktis genommen. In wenigen Jahren will Amerika mit Atomreaktoren Stationen auf dem Mond und dem Mars betreiben. Die atomaren Pläne werden immer absurder. Das scheiterte schon öfter - wenn es nicht kosten darf, was es wolle.
Dem erneuten Versuch, ein Comeback der Atomenergie für den Klimaschutz herbeizureden, steht eine gigantische Bestellung des Bundesamt für Strahlenschutz gegenüber. Auf Anraten von Expert*innen bereitet sich Deutschland auf einen schweren Reaktorunfall vor.
Weil die „Sicherheit“ der 152 Castorbehälter im Zwischenlager Jülich nicht mehr nachgewiesen werden konnte, ordnete die nordrhein-westfälische Atomaufsicht vor fünf Jahren die unverzügliche Räumung an. Passiert ist nichts. Heute heißt es, es sei „keine Prognose möglich“, wann und ob etwas mit dem Atommüll geschieht.
Bei der Explosion einer Rakete auf einem Testgelände in Nordrussland ist radioaktive Strahlung freigesetzt worden. Wichtige Details zum Unfall geben die Behörden allerdings nicht bekannt. Es handelt sich damit schon wieder um einen Atomunfall, zu dem Russland weitgehend schweigt.
Wenige Jahre vor der Stilllegung der letzten deutschen Meiler werden die Forderungen nach Laufzeitverlängerungen oder gar nach dem Neubau von Reaktoren immer lauter. Dass der deutsche Atomausstieg kein „Sonderweg“ ist, wie es derzeit von einigen Politiker*innen und aus Wirtschaftkreisen behauptet wird, belegen auch die Statistiken der Internationalen Atomenergiebehörde.
Energiesystemexperte Andreas Jahn über Atom- und Kohleausstieg, Versorgungssicherheit bei steigendem Anteil erneuerbarer Energien und den Zusammenhang zwischen Stromleitungen und Strommarkt.
Eine aktuelle Berechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ist die absolute Bankrott-Erklärung für alle Atomkraftwerke. Die Meiler dienen weder dem Klimaschutz, noch laufen sie, um Energie herzustellen.
Vor den vor wenigen Monaten im AKW Neckarwestheim‑2 entdeckten Rissen sind auch die meisten anderen Reaktoren nicht gefeit, stellen Expert*innen-Gremien fest. Aufsichtsbehörden und Betreiber aber drücken sich um umfassende Prüfungen.