Strahlende Verführung
Kaum rückt der Schutz des Weltklimas – zu Recht! – mal richtig in den Fokus, wittern die Atom-Fans schon wieder Morgenluft. Dabei behindert Atomkraft effektiven Klimaschutz in jeder Hinsicht
Kaum rückt der Schutz des Weltklimas – zu Recht! – mal richtig in den Fokus, wittern die Atom-Fans schon wieder Morgenluft. Dabei behindert Atomkraft effektiven Klimaschutz in jeder Hinsicht
Alle Reaktoren mussten schließen, einen AKW-Neubau verhinderte ein Referendum. Atomstrom aber fließt noch immer.
Entgegen einer „freiwilligen Verzichtserklärung“ wird die städtische HHLA am kommenden Wochenende wohl wieder atomaren Brennstoff umschlagen.
Als sich am 25. März 1979 hunderte Atomkraftgegner*innen aus dem Wendland vor allem mit Treckern auf den Weg in die niedersächsische Landeshauptstadt machten, ahnten sie nicht, dass ihre Protestfahrt gegen die geplanten Atomanlagen in Gorleben zu einer der größten Protestveranstaltungen in der Geschichte der Bundesrepublik werden würde.
Marcos Buser, Geologe und Sozialwissenschaftler, erklärt, warum das Standortauswahlverfahren ein Wiederholungsfehler ist, warum die Atommülllager-Suche nur mit echter Teilhabe gelingen kann und warum Atommüllbehörden sich endlich von alten Denkmustern verabschieden sollten.
Kürzlich haben 1.400 Menschen, unterstützt von 80 Treckern, in Ahaus gegen weitere Atommüll-Einlagerungen in das dortige Zwischenlager demonstriert. In einer Erklärung fordern nun schon mehr als 10.000 Menschen: Es reicht mit dem Müll.
In Österreich ist auf dem Gelände einer Spedition ein Container aufgetaucht, vollgestopft mit illegal gelagerten radioaktiven Abfällen. Erinnerungen werden wach an den „Transnuklear-Skandal“, der in den 80er Jahren die Atomwirtschaft erschütterte.
Mit einem deutlichen Bekenntnis zur Atomkraft wurde der Antrag zur Stilllegung der Uran-Anlagen in Gronau und Lingen im Bundestag abgeschmettert. Aus Deutschland wird jedes zehnte AKW der Welt mit Brennstoff versorgt. Die „Achillesferse“ der Anlagen bleibt der Nachschub.
Vor acht Jahren havarierte das japanische AKW Fukushima. Im nächsten Jahr findet mit den Olympischen Sommerspielen ein sportliches Großereignis in Tokio statt. Auch in den umliegenden Städten sollen Wettkämpfe ausgetragen werden – darunter Fukushima. Ärzte fordern: „Radiolympics“ stoppen!
„Keineswegs“ erleben wir acht Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima eine Renaissance der Atomkraft. Es gibt keinen „Exportboom“ des russischen Atomkonzerns ROSATOM, weiß die Umweltschutzorganisation „Ecodefense“.