Mit einem unplanmäßigen Stillstand des norddeutschen Atomkraftwerks Brokdorf endet der Störfallreport für den Monat Januar. Eine Leckage zwang den Betreiber Eon am Freitagabend zu dieser Maßnahme.
Öffentlicher Druck hilft: Die Reederei „Stena Line“ transportiert seit Jahresbeginn keine Atomtransporte mehr über die Ostsee. AtomkraftgegnerInnen hatten auf unkalkulierbare Risiken für Urlaubsreisende hingewiesen.
Im Dezember 2014 mussten 15 Störfälle, Vorkomnisse oder Abweichungen vom regulären Betrieb in Atomanlagen verzeichnet werden. Davon betreffen 8 deutsche Anlagen. Seit Jahresbeginn summieren sich die Störungen in Deutschland auf 76, davon 58 meldepflichtige.
Bei Wartungsarbeiten ist im Atomkraftwerk Grohnde in Niedersachsen ein Leck an einer Rohrleitung entdeckt worden. Im AKW Brokdorf startete ein Notstromaggregat nicht.
Nach einem Cyberangriff auf ein südkoreanisches Atomkraftwerk wurden interne Daten im Internet veröffentlicht. Bis Weihnachten soll die Anlage abgeschaltet werden, fordert ein sich zu der Aktion bekennender Atomkraftgegner.
Wegen einer Störung wurde das niedersächsische Atomkraftwerk Grohnde gestern (Dienstag) vom Netz genommen. Betreiber Eon spricht von „vorbeugender Instandsetzung“. AtomkraftgegnerInnen fordern die Stilllegung des störanfälligen Meilers wegen des unkalkulierbaren Risikos eines schweren Unfalls.
Aus der Reihe „Sicher bleibt nur das Risiko“ – die Schlagzeilen aus den vergangenen Tagen: Reaktor im französischen AKW Flamanville abgeschaltet ::: Funktionsstörung im AKW Philippsburg-2 ::: Reaktorblock in Ukraine nach Panne wieder am Netz.
Auf eine 3 mit elf Nullen ist AKW-Betreiber RWE zur Zeit besonders stolz: Einer der beiden letzten Siedewasserreaktoren Deutschlands hat am 8. Dezember 2014 seit Betriebsbeginn diese Menge an Strom in Kilowattstunden erzeugt. Die Meiler in Gundremmingen gehören zu den unsichersten, die noch laufen dürfen.
Es sind die Erinnerungen an Tschernobyl, die gestern den großen Wirbel um einen vergleichsweise kleinen Störfall in Europas größtem Atomkraftwerk verursacht haben. Gegen Mittag sprach der ukrainische Regierungschef Arseni Jazenjuk von einer „Havarie“ im AKW Saporoschje, die sich später „nur“ als technischer Defekt und Notabschaltung entpuppte.
Dass vor allem in Süddeutschland Wildpilze, Waldbeeren und Wildfleisch noch teilweise gefährlich hoch mit radioaktivem Cäsium belastet sind, belegen Untersuchungen des Umweltinstitut München. Fast 30 Jahre lang sammelt das Institut seit dem GAU von Tschernobyl Messergebnisse und stellt nun eine interaktive Landkarte zur Verfügung.